Ein Paradies zum Klettern, Schwingen und Springen

Im Juni soll Deutschlands größter Parkour-Park in Gütersloh eröffnet werden

: Mit dem neuen Parkour-Park bieten Claus-Peter („Pit) Mosner und Daniela Toman den Traceuren ein hervorragendes Trainingsgelände

Mit dem neuen Parkour-Park bieten Claus-Peter („Pit) Mosner und Daniela Toman den Traceuren ein hervorragendes Trainingsgelände

Gütersloh. „Train hard – run easy“ – das Graffiti am Eingang der neuen Parkour-Anlage macht deutlich, dass es sich hierbei nicht um einen gewöhnlichen Trainingsplatz handelt. „Der Park ist eine exklusive Sport- und Trainingsanlage für Jugendliche und junge Erwachsene, die einfach mal einen Sprung wagen wollen“, beschreibt Claus-Peter Mosner, genannt „Pit“, Leiter des Parkour-Projekts in Gütersloh, die neue Anlage am Schulzentrum Nord. Realisiert wurde der Park für die Trendsportart durch eine Spende des Unternehmers Werner Gehring an die Stadt Gütersloh.  Die offizielle Eröffnung des Parkour-Parks ist im Juni dieses Jahres geplant.

„Aktuell haben wir hier in Gütersloh die größte Parkour-Anlage in ganz Deutschland“, betont Daniela Toman, Diplom-Ingenieurin für Landschaftsarchitektur vom städtischen Fachbereich Grünflächen und Verantwortliche für die Umsetzung des Projekts. Auf 1.600 Quadratmetern Fläche zeigt sich ein bunter Mix aus Beton-, Stahl-, Holz- und Naturstein-Elementen, im Fachjargon auch „Obstacles“ genannt. Ob der Schwing- und Hangelbereich, der Mauerabschnitt oder die Robinienhölzer – die unterschiedlichen Materialien mit urbanem Flair bieten eine Vielzahl an Variationsmöglichkeiten, um die einzelnen Hindernisse zu bewältigen. Bänke laden zum  Überwinden und Verweilen ein, denn Mosner und Toman war wichtig: „Der Park soll auch ein Begegnungsort für Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene und Familien sein.“

Einen zentralen Stellenwert im Entwicklungsprozess der Anlage hatte die Beteiligung der jungen Sportler, im Parkoursport auch Traceure genannt. Was für Vorstellungen haben die Jugendlichen, was bedeutet Parkour für sie und welche Lebenseinstellung steckt dahinter – in drei Workshops wurden die Ideen und Wünsche der Traceure gesammelt und in die Umsetzung mit eingebunden. „Wir haben bei unserem Parkour-Park oft neu gedacht, denn die bisherigen Anlagen werden dem Anspruch der Sportart oftmals nicht gerecht“, betont Pit Mosner. Von der Härte des Fallschutzbodens über die Höhe der Hindernisse bis hin zur Anordnung der Elemente – es wurde vieles ausprobiert, um ein perfektes Gelände zu konzipieren.

„Gütersloh hat eine sehr aktive Jugendkultur, die sich einsetzt, sozial engagiert und es geschafft hat, so viele Menschen für unser Projekt zu begeistern“, lobt Mosner die Jugendszene. Mit ihrem jährlichen Parkour-Camp, das nicht nur nationale, sondern auch internationale Traceure für drei Tage in die Dalkestadt lockt, haben sich die Gütersloher Kletterkünstler auch über die Grenzen der Stadt hinaus einen Namen gemacht. In diesem Jahr feiert das Camp vom 20. bis 23. Juli unter dem Motto „True spirit has no competition“ sein zehnjähriges Jubiläum an der neuen Parkour-Anlage. Und das Motto ist Programm: „Parkour ist nicht kommerziell oder leistungsorientiert. Es gibt bewusst keine Wettkämpfe, “ betont Mosner die Besonderheit des Sports.

Seit 2008 wird in Gütersloh gesprungen, gehangelt und geschwungen. Als einstiges Projekt zur Gewaltprävention für Jugendliche hat der Parkoursport schnell viele Anhänger gefunden, sodass schon 2009 das erste, kleine Parkour-Camp stattfand. Mittlerweile sind in Gütersloh und Umgebung etwa 200 Traceure aktiv. In sechs wöchentlich stattfindenden Trainings mit einem inklusiven Angebot können die Jugendlichen und jungen Erwachsenen bei etwa 15 aktiven Trainern alles rund um das geschickte Überwinden von Hindernissen lernen. „Die Leute kommen einfach, weil wir eine Familie sind“, so Mosner.

Foto: Stadt Gütersloh

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