Dritte Demografiekonferenz – Kein Anlass zum Umsteuern

Schwungvolle Senioren, aber verhaltene demografische Entwicklung: Der Trend zu „weniger, bunter älter“ bleibt undramatisch, wie die dritte Demografiekonferenz bestätigte. Foto: Stadt Gütersloh

Schwungvolle Senioren, aber verhaltene demografische Entwicklung: Der Trend zu „weniger, bunter älter“ bleibt undramatisch, wie die dritte Demografiekonferenz bestätigte. Foto: Stadt Gütersloh

Gütersloh (gpr). Eher milde und kontinuierlich verläuft der demografische Wandel in Gütersloh. Das ist das Fazit der dritten Demografiekonferenz, zu der Bürgermeisterin Maria Unger Vertreter der Politik und Verwaltung am Dienstag in den Ratssaal eingeladen hatte, um sich über verschiedene Schauplätze wie Integration, Familie, Bildung, Seniorenpolitik und Wohnen im Alter auszutauschen. Dabei standen die Themen „Familien-Audit“ und „Konversion“ im Mittelpunkt. 

Dass die Familienfreundlichkeit einer Kommune als harter Standortfaktor einer Kommune gelten könne, betonte Dr. Andreas Osner vom Verein Familiengerechte Kommune. Osner verwies in seinem Impulsreferat jedoch auch darauf, dass eine kommunale Familienpolitik nicht die Familie ersetzen, sondern nur nach Bedarf unterstützen könne. Mit der Beteiligung am Auditierungsverfahren „Familiengerechte Kommune“ hat die Stadt mit dem Beschluss des Rates vom 15. März bereits 16 Zielvereinbarungen beschlossen, darunter zum Beispiel   den Ausbau von Betreuungsmöglichkeiten für alle Schulformen.

Dass mit dem Abzug der Briten rund 1000 Wohnungen freigestellt werden, deren Zustand noch untersucht werden muss, und Kaufkraft in Höhe von 120 Millionen Euro abfließt, sind – neben den umfangreichen Arealen an der Marienfelder und der Verler Straße – nur einige Auswirkungen, die das Leben in der Stadt in den nächsten Jahren beeinflussen werden. Der Demografie- und Konversionsbeauftragte Dr. Michael Zirbel stellte den Stand der Untersuchungen der Flächen dar und zeigte die Perspektiven auf.

„Wir werden weniger, bunter und älter“, so hat der Gütersloher Demografiebericht aus dem Jahre 2008 die Entwicklung der Stadtbevölkerung in Gütersloh beschrieben. Und diese Aussagen stimmen nach wie vor. Akut bemerkbar macht sich der demografische Wandel in keinem Bereich. So sieht zum Beispiel Evelyn Hilker vom Fachbereich Grünflächen noch keinen Anlass die Kinderspielplätze in Seniorentreffpunkte umzubauen. Auch in der Volkshochschule sind keine auffälligen Verschiebungen unter den Kursteilnehmern zu beobachten. Neben der Kinder- und Seniorenuni würden immer mehr Projekte im Vordergrund stehen, die das Miteinander der Generationen förderten, so VHS-Leiterin Dr. Birgit Osterwald.

Mit dem Forum „Wohnen im Alter“, dem Quartiersmanagement in Avenwedde-Mitte, einem aktiven Seniorenbeirat und „Siba – Sport im besten Alter“, stellte Dezernent Joachim Martensmeier eine Fülle von Maßnahmen und Projekten vor,  die vor allem die Belange von Seniorinnen und Senioren in den Blick nehmen.

Im nächsten Jahr sollen die Handlungsfelder in Bezug auf den demografischen Wandel erneut auf den Prüfstand gestellt werden. „Die Entwicklung lässt genügend Zeit um zu reagieren, bislang gibt es keinen Anlass zum Umsteuern,“ fasste der Demografiebeauftragte das Ergebnis der Konferenz zusammen.