Die Vielfalt tierischer Gehirne

Münster. Schon kurz nachdem die erfolgreiche Sonderausstellung „Wasser bewegt“ mit 182.00 Besuchern seine Pforten geschlossen hatte, bereitet das LWL-Museum für Naturkunde in Münster die nächste große Ausstellung vor: „Das Gehirn – Intelligenz, Bewusstsein, Gefühl“ wird ab dem 29. Juni im Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) zu sehen sein. Die die größte Ausstellung zum Thema Gehirn im deutschsprachigen Raum soll zeigen, wie facettenreich und vielfältig dieses faszinierende Organ ist. Welche Formen und Größen verschiedene Tiergehirne haben können, werden die Besucherinnen in einem besonderen Raum zu Beginn der Ausstellung, in der sogenannten „Galerie der Gehirne“ erleben. 

Ausstellungsmacher Sonderausstellung Gehirn, Dr. Jan Ole Kriegs, Dr. Julia Massier, Nicola Holm, LWL-Museum für Naturkunde

Ausstellungsmacher Sonderausstellung Gehirn, Dr. Jan Ole Kriegs, Dr. Julia Massier, Nicola Holm, LWL-Museum für Naturkunde

Die Auswahl der Objekte reicht vom nur wenige Gramm schweren Fledermausgehirn bis zum Elefantengehirn, das über vier Kilogramm wiegt. In dieser Galerie können Interessierte über 80 Gehirne verschiedener Wirbeltiere näher betrachten. Darunter sind Objekte vom Delfin, vom Pferd, einem Orang-Utan oder vom Känguru.

Ein Teil der Präparate stammen aus dem Magazin des Museums. Die meisten der so genannten Nasspräparate kommen jedoch aus der „Edinger-Tiergehirnsammlung“ der Universität Frankfurt, benannt nach dem Nervenarzt und Tierforscher Ludwig Edinger (1855-1918). Die historische Sammlung ist mit über 500 Wirbeltiergehirnen die größte ihrer Art in Deutschland, 75 davon werden in Münster zu sehen sein. LWL-Tierpärparator Markus Ranft und Ausstellungsmacherin Nicola Holm suchten die Gehirne aus.

„Der Raum, in dem die Präparate präsentiert werden, soll als Einstimmung auf die Ausstellung dienen“, sagt Holm. Sie hat zusammen mit ihren Kolleginnen Lisa Klepfer und Dr. Julia Massier das Ausstellungskonzept entworfen. „Das Gehirn ist bekanntlich der Ort in dem Intelligenz, Bewusstsein und Gefühle entstehen. Die Gehirnsammlung verdeutlicht, dass diese Tiere, wie die Menschen, die anatomische Vorrausetzung dafür besitzen“, erklärt Massier. „Die echten Gehirne am Eingang der Ausstellung schaffen ein erstes Bewusstsein für die breitgefächerte Forschungsthematik Gehirn, die im weiteren Verlauf zum Beispiel mit Infografiken noch vertieft wird.“ „Auch ein Modell des menschlichen Gehirns wird für den Besucher schon am Beginn der Ausstellung zu sehen und zu erfühlen sein. Als eines von vielen inklusiven Tastobjekten können an dieser künstlichen Nachbildung die verschiedenen Hirnstrukturen mit den eigenen Händen erfasst werden“, so Massier.

Hintergrund
Das LWL-Museum für Naturkunde in Münster zeigt ab dem 29. Juni 2018 die inklusive Sonderausstellung „Das Gehirn – Intelligenz, Bewusstsein, Gefühl“. Auf 1.200 Quadratmetern lernen Besucherinnen die anatomische Vielfalt und die enormen Leistungen dieses komplexen Organs kennen. Im Gehirn werden sämtliche Reize verarbeitet. Die Persönlichkeit formt sich, Gefühle entstehen, Pläne werden geschmiedet und Traumwelten erschaffen. Im Fokus der Ausstellung stehen neben dem Menschen die künstliche Intelligenz und die Welt der Tiere. Die Ausstellung ist dank Brailleschrift, einem speziellem, mehrsprachigem Audioguide und Tastmodellen für Menschen mit Sehbehinderung genauso geeignet wie für Sehende oder für hörbehinderte Menschen. Begleitend zur Ausstellung werden museumspädagogische Programme für Kinder und Jugendliche sowie Führungen für Erwachsene angeboten.

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