Die Lippe ist Flusslandschaft des Jahres

Die Lippe durchquert NRW von ihrer Quelle in Bad Lippspringe bis zu ihrer Mündung in den Rhein bei Wesel. Im Bild zu sehen ist die Lippe bei Delbrück im Kreis Paderborn.

Die Lippe durchquert NRW von ihrer Quelle in Bad Lippspringe bis zu ihrer Mündung in den Rhein bei Wesel. Im Bild zu sehen ist die Lippe bei Delbrück im Kreis Paderborn.

Detmold. Der Deutsche Angelfischereiverband und die Naturfreunde Deutschlands haben die Lippe als „Flusslandschaft des Jahres“ für die Jahre 2018/19 ausgezeichnet. Die Lippe ist der zehnte Fluss, dem dieser Titel verliehen wurde. Die Bezirksregierung Detmold ist zuständig für die naturnahe Entwicklung und Unterhaltung eines Teils der Lippe.

In den kommenden zwei Jahren präsentieren die Kooperationspartner des Projektes, koordiniert durch den Landesfischereiverband Westfalen und Lippe e.V., den Lebensraum Wasser mit seiner vielfältigen Flora und Fauna. Menschen aus Ostwestfalen-Lippe und darüber hinaus erfahren so, wie sie die Natur erleben und schützen können.

„Mit der Patenschaft der ‚Flusslandschaft 2018/19‘ ergeben sich für die Region und ihre Menschen, für den Tourismus und für den Naturschutz an den Ufern der Lippe große Möglichkeiten, den Wert und die Wichtigkeit der Lippe mit ihrer Aue zu präsentieren“, sagt Birgit Rehsies, Leiterin des Dezernates für Wasserwirtschaft bei der Bezirksregierung Detmold.

Der Ursprung der Lippe und ihr Oberlauf liegen in der Region. Im weiteren Verlauf fließt sie quer durch Nordrhein-Westfalen – von der Quelle in Bad Lippspringe bis zu ihrer Mündung in den Rhein bei Wesel. „Die Lippe ist somit ein ganz besonderer Fluss, der auch unsere Region prägt und der Landschaft ihr typisches Aussehen verleiht“, sagt Rehsies. Ab Paderborn-Schloß Neuhaus befindet ist die Bezirksregierung für die Entwicklung und Unterhaltung der Lippe zuständig.

Renaturierung funktioniert – viele Aufgaben bleiben

In ihrem gesamten Verlauf ist die Lippe sehr wichtig für den überregionalen Biotopverbund in Nordrhein-Westfalen. Die renaturierten Strecken des Flusses entwickeln sich bereits sehr positiv: Der Fischbestand hat sich deutlich verbessert, und auch Störche, Biber und seltene Libellenarten sind an der Lippe und ihrer Aue wieder heimisch. „Der Wandel vom industriell geprägten Vorfluter zur naturnahen Flusslandschaft ist dort schon gelungen“, erläutert Rehsies.

Gleichzeitig bleiben noch viele Aufgaben, wie die Gewässerexpertin sagt. So müssten größere Vorhaben zur Renaturierung noch durchgeführt werden. Dezernentin Anna Morsbach von der Bezirksregierung konkretisiert: „Der Fluss braucht deutlich mehr Raum für die Entwicklung naturnaher Verhältnisse, aber auch zur Aufnahme von Hochwasser. Außerdem verbleiben Defizite bei der Wasserqualität.“ Der Höhepunkt der Verschmutzung sei etwa im Jahr 1970 gewesen. Die Qualität des Wassers habe sich seit dem eindrucksvoll verbessert, aber noch immer enthalte es zu viele Nährstoffe. „Salzfrachten durch die Sümpfungswässer des Bergbaus und eine ganze Palette weiterer Stoffe sind in der Konzentration zu hoch, um der Lippe bereits jetzt einen guten Zustand bescheinigen zu können“, sagt Morsbach.

„Die Verleihung des Titels ist ein Ansporn, diese anstehenden Aufgaben anzugehen. Gleichzeitig ist er Anerkennung für die Verbesserungen, die schon erreicht worden sind“, sind sich Rehsies und Morsbach einig. Neben anderen Kooperationspartnern unterstützt auch die Bezirksregierung Detmold das Projekt, welches vom Landesfischereiverband Westfalen und Lippe e.V. initiiert und koordiniert wird.

Weitere Informationen gibt es im Internet:

https://lfv-westfalen.de/flusslandschaft/index.php

Foto: Bezirksregierung Detmold

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