Detmolder Schüler singen im Düsseldorfer Ministerium

Schülerchor-unter-der-Leitung-von-Musiklehrer-Johann-PennerKreis Lippe. Im Rahmen der Feierlichkeiten zur Würdigung des 250. Jahrestages des Manifests von Zarin Katharina der Großen wirkten auf Einladung des Ministeriums für Arbeit, Integration und Soziales Schüler des Detmolder August-Hermann-Francke-Gymnasiums an der Gestaltung eines Festaktes mit. In der Düsseldorfer Staatskanzlei gestalteten die Schüler der Stufe 12/Q2 als Hauptakteure das Programm des Festempfangs mit einem Theaterstück und Musikbeiträgen und waren auch am vorangehenden ökumenischen Gottesdienst beteiligt. Staatssekretär Dr. Wilhelm Schäffer zeigte sich sehr beeindruckt vom Niveau der Darbietungen und bedankte sich herzlich bei den Schülern.

Bei dem Theaterakt handelte es sich um einen Ausschnitt aus dem Theaterstück „Das Gras unter unseren Füßen“, das, von den Schülern selbst verfasst, bereits bei vorherigen Aufführungen in Detmold, Espelkamp und Paderborn großen Anklang fand. Es verarbeitet die Geschichte der Russlanddeutschen von der Auswanderung im 18. Jahrhundert bis zur Rückkehr nach Deutschland in den 1980er Jahren. Im gespielten Ausschnitt geht es um die Hochzeit von Nelli, einer Russlanddeutschen, mit Sebastian, einem „Hiesigen“. Hier treffen unterschiedliche Kulturen aufeinander, was auf beiden Seiten zunächst großes Unverständnis auslöst. Zusammenfassend formuliert die Großmutter von Nelli erklärend zu der Geige, die sie an das Hochzeitspaar überreicht: „Das ist wichtig, denn erst die Vergangenheit lässt uns die Zukunft richtig sehen. Dann wird sie euch daran erinnern, dass es immer weiter geht. Sie wird euch sagen, dass die Heimat schon das Gras unter euren Füßen ist und die Freiheit der Himmel über eurem Kopf. Sie wird euch sagen, dass ihr nicht Deutsche oder Russen seid, sondern bloß zwei Menschen: Nelli und Sebastian. Dass ihr mir das nicht vergesst.“

Die-Braut-Daniela-Fischer-lässt-ihre-Mutter-Stefanie-Rempel-nicht-aussprechenTrotz der unterschiedlichen Kulturen, Spätaussiedler sind in Nordrhein-Westfalen gut integriert. Dies ist das Ergebnis einer Untersuchung des NRW-Integrationsministeriums, die ebenfalls an diesem Abend vorgestellt worden ist. „Die Erwerbstätigenquote von Deutschen aus Russland und anderen osteuropäischen Ländern ist hoch, ihr Bildungsniveau überdurchschnittlich“, betonte Staatssekretär Schäffer. Der Empfang des Landesbeirats für Vertriebenen-, Flüchtlings- und Spätaussiedlerfragen fand zum jährlichen „Tag der neuen Heimat“ statt. Dieses Jahr stand dabei der 250. Jahrestag des Manifests von Zarin Katharina II. im Mittelpunkt, mit dem sie deutsche Auswanderer nach Russland eingeladen hatte. Aus diesem Anlass hatte das nordrhein-westfälische Integrationsministerium beim statistischen Landesamt IT.NRW eine Sonderauswertung von Daten aus dem Mikrozensus in Auftrag gegeben.

Anwesende Politiker und Vertreter des Ministeriums zeigten im Anschluss an die Veranstaltung großes Interesse am persönlichen Kennenlernen der Schule und des dazugehörigen Museums für russlanddeutsche Kulturgeschichte und kündigten einen Besuch in Detmold an.

BU1: Schülerchor unter der Leitung von Musiklehrer Johann Penner
BU2: Die Braut Daniela Fischer lässt ihre Mutter Stefanie Rempel nicht alles aussprechen
Foto: Christlicher Schulverein Lippe e. V.