Der Westen zu Gast in Verl

Verl (rsc). Zum 27. Mal fand in Kaunitz am vergangenen Wochenende das Truck Treff statt. Unter dem Motto „Trucker und Cowboys sind Partner“ wurde vom vergangenen Donnerstag bis zum Sonntag an der Ostwestfalenhalle Westernromantik und Countrymusik gefeiert.  Hochkarätige Bands sorgten in der Halle und im Saloon für Stimmung, während tagsüber draußen ein umfangreiches Showprogramm geboten wurde. So traten unter anderem die Lords am Freitagabend und Gunter Gabriel am Samstagabend, begleitet von diversen Vorbands, auf.

Auf dem Außengelände bemühten sich verschiedene Schausteller um Westernfeeling. So war die Old Melle Trading Company reichlich vertreten, eine Gruppe von Westernhobbyisten, die eine Zeltstadt aufbaute und Ponyreiten und Goldwaschen für die Kinder, und Linedancing und allerlei authentischen Lebensstil aus dem 19. Jahrhundert für die Erwachsenen anbot.

Das Angebot vom Kinderautoland sorgte bei den Kleinen für helle Begeisterung: Bis 12 Jahren können die Kinder in kleine LKW steigen und ihre Begeisterung für Trucks entdecken. Hermann Meyer, der Betreiber, erklärte was den Kindern am meisten Spaß macht: „Das muss Rappeln, da passiert was.“

Das Ehepaar Bauer stellte ihre selbstgebauten ferngesteuerten LKW-Modelle im Maßstab 1:7 aus. Mit viel Liebe zum Detail wurde jeder der vier LKW gefertigt. „So alle 10 Jahre ist dann ein neuer fertig“, meinte Bauer stolz.

Die Chruchtown Cowboys rocken die Ostwestfalenhalle

Das wichtigste am Truck Treff bleiben aber die Trucks selbst. Viele Fahrer waren mit ihren künstlerisch gestalteten LKW angereist und erwarteten die große Preisverleiung für den schönsten LKW am Sonntag. Hermann Saur ist mit seinem Iveco angereist. Die Lackierung seines LKWs symbolisiere das vereinte Europa. Natürlich würde er gerne gewinnen, aber die Preisverleihung sei nur Nebensache, betonte Saur: „Es geht hier um Freundschaft und Kameradschaft, darum neue Freunde zu finden und alte wieder zu sehen.“ Darum ginge es auch Manfred Kipp, der mit seiner Frau das Festival besucht: „Wir sind hier alle wie eine große Familie. Hier finden wir Ablenkung vom Alltag.“

Und eine Familiensache ist das Festival tatsächlich. Thorsten Niebel, der Veranstalter, startete das Festival mit seinem Vater in den 80er Jahren. Damals verkauften die Niebels noch Mottotshirts und tourten von Festival zu Festival, bis die Idee aufkam ein eigenes Truckerfestival zu planen. Seit 1984 fand das Festival nun ununterbrochen statt. Trotzdem trauert Thorsten Niebel ein wenig vergangenen Jahren hinterher. Das Festival sei nicht mehr so gut besucht, wie es früher war. Es gäbe heute viel mehr Möglichkeiten für das Publikum, da komme das einzelne Event natürlich zu kurz, auch hätte man früher mehr Geld gehabt. Heute würden viele Menschen zweimal überlegen, ob sie das Festival besuchen. Es sei aber nicht nur ein Geldproblem, sagte Niebel. „Wir haben hier verschiedene Klientel, verschiedene Budgets. Man muss die Leute zufrieden stellen. Country ist nicht mehr unbedingt die Musik zu der die Leute richtig abfeiern“, erklärte Niebel. Deshalb habe er sich dieses Mal musikalisch mehr in Richtung Rock orientiert.
Auch sei das Truck Treff nicht das einzige Event, dass von ihm organisiert werde. Es ginge nicht nur um Cowboys und Trucks. So gäbe es demnächst ein Oktoberfest und zu Silvester eine große Party, die beide von ihm organisiert würden.