Der Weg zum Traumberuf

Jeden Tag eine neue Herausforderung: Die Auszubildende Sibel Özgüngör freut sich täglich auf ihre Arbeit in der Ausländerstelle. Foto: Stadt Gütersloh

Gütersloh (gpr). Schon in der Schulzeit wusste Sibel Özgüngör, wohin ihr Weg einmal führen soll: „Es war immer mein Ziel, irgendwann bei der Stadt zu arbeiten“, erzählt die 20-Jährige. Den ersten wichtigen Schritt dazu hat sie bereits gemacht: Sibel Özgüngör sowie drei weitere Auszubildende haben sich gegen rund 120 Bewerberinnen und Bewerber durchgesetzt und haben nun im September ihre Ausbildungen zu Verwaltungsfachangestellten bei der Stadt Gütersloh begonnen. 

„Wenn man etwas wirklich will, kriegt man es auch hin“, sagt die junge Frau selbstbewusst. Sibel Özgüngör ist in Gütersloh geboren und in einem zweisprachigen Haushalt aufgewachsen. Neben der deutschen Sprache spricht sie zudem flüssig türkisch und englisch. Im Anschluss an ihren Realschulabschluss entschloss sie sich, das Fachabitur auf dem Reinhard-Mohn-Berufskolleg zu machen. Ihre Qualifikationen verhalfen ihr zu ihrem Ausbildungsplatz bei der Stadt Gütersloh.

Seit gut sechs Wochen ist die angehende Verwaltungsfachangestellte nun schon im Fachbereich Ordnung bei der Stadt Gütersloh tätig und sie ist direkt im Berufsalltag angekommen: Sibel Özgüngör arbeitet zurzeit in der Ausländerstelle. „Kein Tag ist wie der andere. Ich lerne jeden Tag etwas Neues, Spannendes dazu“, erzählt die Auszubildende. Insgesamt vier Monate verbringt sie nun in dem 15-köpfigen Team, das sich um die Behördenangelegenheiten von Ausländern und Zuwanderern kümmert. „Der Bürgerkontakt ist mir sehr wichtig. Es ist schön, wenn man den Menschen helfen kann“, so Sibel Özgüngör. Da die Auszubildende selbst einen Migrationshintergrund hat und zudem drei Sprachen beherrscht, kommt sie problemlos mit den Bürgern ins Gespräch und hilft ihnen beispielsweise beim Ausfüllen von Anträgen. „Zum Teil erfährt man von persönlichen Schicksalen, doch trotz des Verständnisses für die individuellen Lebensgeschichten müssen wir nach den Gesetzen handeln und das versuchen wir den Menschen verständlich zu machen.“

Doch nicht nur die Schreibtischarbeit gehört zum Arbeitsalltag der Auszubildenden, sondern auch der Außendienst: Unter anderem kontrollieren die Mitarbeiter der Ausländerstelle vor Ort, ob Personen auch an der angegebenen Adresse wohnen, sie kümmern sich um den Verbleib von illegal eingereisten Menschen und sie nehmen Termine im Amtsgericht wahr. „Ich habe schon einiges miterlebt in den paar Wochen, die ich erst hier bin und finde es total spannend“, zeigt sich Sibel Özgüngör begeistert von ihrer Arbeit in der Ausländerstelle, „ich könnte mir sogar vorstellen, dauerhaft hier zu bleiben.“ Doch während der Ausbildungszeit durchläuft Sibel Özgüngör genauso wie die drei anderen angehenden Verwaltungsfachangestellten mehrere Abteilungen der Stadtverwaltung. Für Sibel Özgüngör steht als nächstes der Fachbereich Jugend und Bildung auf dem Plan, doch bis Ende des Jahres bleibt sie vorerst noch in der Ausländerstelle.

Übrigens: Seit diesem Jahr informiert die Alevitische Jugend an ausgewählten Standorten in Nordrhein-Westfalen Schulabsolventen über eine Ausbildung in der öffentlichen Verwaltung. Dabei gehörte die Stadt Gütersloh zu einem der ersten Orte, an dem die Informationsveranstaltung in Zusammenarbeit mit den städtischen Mitarbeitern erfolgreich durchgeführt wurde. Ziel ist es, allen Interessierten zu zeigen, welche beruflichen Werdegänge in der öffentlichen Verwaltung möglich sind und welche Qualifikationen man dafür benötigt. Die Hemmschwelle für Menschen mit Migrationshintergrund, sich bei öffentlichen Einrichtungen zu bewerben, soll gesenkt werden.

Chancengleichheit für alle Bewerber sicherzustellen, ist seit vielen Jahren eine Selbstverständlichkeit für die Stadt Gütersloh. „Wir haben gute Bewerberinnen und Bewerber mit Migrationshintergrund, die in den Auswahltests erfolgreich abschneiden. Hier ist keine Quote erforderlich, da sich Qualität durchsetzt“, sagt Dr. Markus Kremer, Leiter des Fachbereichs Personal, Organisation, Referat des Rates und der Bürgermeisterin. Dass sich die Verwaltung der Stadt Gütersloh längst interkulturell geöffnet hat, zeigt zudem die große Anzahl von Beschäftigten mit Migrationshintergrund.

Foto: Stadt Gütersloh