Der Mann hinter den Bilderbüchern

Gütersloh (gpr). Er steht nicht gerne im Mittelpunkt, ist bescheiden und selbstkritisch und zugleich mit seinen Bilderbüchern weltweit bekannt: Der Künstler Wolf Erlbruch war am Mittwochnachmittag zu Gast in der Gütersloher Stadthalle.

Gut 200 Erzieherinnen und Erzieher von städtischen Kindertagesstätten folgten der Einladung des Fachbereichs Jugend und Bildung, Abteilung Tagesbetreuung von Kindern, und der Buchhandlung Markus. Die knapp zweistündige literarische Veranstaltung stand unter dem Motto „Messer, Schere, Licht – Wolf Erlbruch spricht über seine Arbeit“.

Was macht eigentlich ein gutes Bilderbuch aus? – Eine Frage, die viele Antwortmöglichkeiten zulässt: Die Phantasie soll angeregt werden, Emotionen geweckt werden und zugleich sollen die Illustrationen Erwachsene und Kinder zum philosophieren einladen. Wie viel Arbeit hinter einem Bild steckt, verdeutlichte Wolf Erlbruch den zahlreichen Erziehern im kleinen Saal der Stadthalle. „Ich war drei Jahre alt, als ich angefangen habe zu zeichnen“, erzählte der mittlerweile 64-jährige Künstler von seinen zeichnerischen Anfängen. Anhand einer Diashow mit ausdrucksstarken Bildern zeigte Erlbruch die verschiedenen Stationen seiner Laufbahn als Bilderbuchkünstler auf: Beginnend mit Skizzen aus Kindertagen über eindrucksvolle Bilder aus der Studienzeit und zahlreichen Illustrationen für Werbeagenturen bis hin zu selbst geschnitzten Figuren begeisterte er seine Zuschauer.

Die Bilder aus dem Kinderbuch „Vom kleinen Maulwurf, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf gemacht hat“ waren natürlich allen Erziehern bekannt – schließlich gehört die Arbeit mit Erlbruchs Bilderbüchern in den städtischen Kindertagesstätten zum Alltag: „Das Buch ist ein Bestseller, es wurde in über 30 Sprachen übersetzt“, verdeutlichte Monika Bilstein, Verlegerin des Peter Hamm Verlags, mit dem Erlbruch seit Anfang der 80er Jahre zusammenarbeitet, die weltweite Bedeutung des Werkes. Auf humorvolle Art zeigte der Künstler, inwiefern seine privaten Eindrücke sich in seinen Bildern widerspiegeln: Beispielsweise malte er die Kuh von einer Kondensmilchverpackung, zeichnete seinen Vater beim Besuch im Zoo sowie den Leidensweg seines krebskranken Freundes. „Ich habe mich auch mit dem Tod befasst, sowohl bei Menschen wie bei Tieren“, so Erlbruch. Ein facettenreiches Leben eines Künstlers, dessen „Schaffenskraft überwältigt und zugleich beeindruckt“, so fasste Andrea Körber, Abteilungsleiterin der Tagesbetreuung von Kindern der Stadt Gütersloh, ihre Eindrücke nach der Präsentation in Worte.

Die literarische Veranstaltung wurde von der Stadt Gütersloh auf Initiative der Fachberaterin der Stadt Gütersloh Bettina Kirchner in Zusammenarbeit mit der Buchhandlung Markus im Rahmen von „Lesespaß Gütersloh“, einem Projekt der Bertelsmann AG. Es war ein Highlight für alle Erzieherinnen und Erzieher aus städtischen Einrichtungen zum Abschluss der Fortbildungsreihe „Erzählwerkstatt – mit Kindern Geschichten erzählen“, das durch Wolf Erlbruchs sympathische und aufgeschlossene Art gekrönt wurde.

Foto 1: Der Mann im Mittelpunkt: Monika Bilstein (Peter Hamm Verlag, von links), Elke Corsmeyer (Inhaberin Buchhandlung Markus) sowie Andrea Körber und Bettina Kirchner vom Fachbereich Jugend und Bildung der Stadt Gütersloh bedanken sich bei dem Bilderbuchkünstler Wolf Erlbruch für seine anschauliche Präsentation.

Foto 2: Faszinierende Eindrücke: Der Bilderbuchkünstler Wolf Erlbruch begeisterte die Erzieher und Erzieherinnen mit seiner Dia-Show.

Foto 3: Signierstunde: Im Anschluss an die Veranstaltung ließen sich einige Erzieherinnen eine persönliche Widmung von Wolf Erlbruch in ihre Bücher schreiben.