Denkmal-Profil in Buchform

paderlwlPaderborn. In der Buchreihe „Denkmäler in Westfalen“ starten jetzt die Arbeiten an einem Band über die Stadt Paderborn. Dr. Barbara Rüschoff-Thale, Kulturdezernentin des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL), und Heinz Paus, Bürgermeister der Stadt Paderborn, haben am Mittwoch (5.3.) im historischen Rathaus der Stadt Paderborn den Start-schuss gegeben. Die LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur macht mit Paderborn nach Warburg die zweite Stadt in Westfalen-Lippe zum Thema, die sich in die bundesweite Reihe „Denkmaltopographie der Bundesrepublik Deutschland“ mit ein bringt.

„Ich freue mich sehr, dass unsere Reihe mit Paderborn weitergeht, das eine 1200-jährige Geschichte und einen bemerkenswerten Bestand an Bauten, speziell des Wiederaufbaus vorweisen kann“, so die LWL-Kulturdezernentin. „Keine andere Publikationsform informiert in Texten, Bildern und Karten so umfassend, systematisch und vor allem flächendeckend über den gesamten Denkmalbestand einer Region“, erläuterte Dr. Markus Harzenetter, Chefdenkmapfleger des LWL. Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts sei die Dokumentation und Erforschung von Denkmälern eine zentrale Aufgabe der Denkmalinventarisation in Westfalen. Ein erweiterter Denkmalbegriff schließe heute nicht nur Kunstdenkmäler, sondern auch andere Gattungen wie technische Kulturdenkmäler und bäuerliche Privatbauten ein. Daher sei in den 1970er Jahren der Wunsch nach einem umfassenden Überblick über den gewachsenen vielfältigen Denkmalbestand entstanden. „Die Denkmaltopographien dokumentieren den wissenschaftlichen Forschungsstand zu den einzelnen Objekten und sind so eine wichtige Grundlage für zukünftige Untersuchungen“, sagte Harzenetter.

LWL-Denkmalpfleger Dr. Michael Huyer, Autor von Denkmaltopographien, wies darauf hin, dass die Veröffentlichungen in allgemein verständlicher Sprache gleichermaßen als Nach-schlagewerke für Heimatinteressierte wie auch als Planungshilfen für Gemeindevertreter, Behörden und Planungsbüros dienen können. Mit Dr. Heinrich Otten konnte ein ausgewiesener Kunsthistoriker für den Paderborner Band gewonnen werden. Von Januar 2014 bis Mitte 2016 wird er in enger Abstimmung mit der Unteren Denkmalbehörde und weiterer Ämter der Stadtverwaltung Paderborn das Projekt bearbeiten. In den nächsten Monaten wird Otten die Denkmäler besuchen. Die Eigentümer und Bewohner sind gebeten, ihn wohlwollend zu empfangen. „Die Denkmäler persönlich zu besuchen und ansehen zu können, ist für die erfolgreiche Arbeit an der Denkmaltopographie eine wichtige Voraussetzung“, erklärte der Autor. „Ich rechne mit vielen neuen Erkenntnissen zur Bau- und Stadtgeschichte“, freut sich Otten auf seine Arbeit an dem Projekt.

„Der Denkmaltopographie-Band Paderborn wird auch für die Paderborner sowie für die Denkmaleigentümer von großem Nutzen sein. Die Baugeschichte des jeweiligen Objekts wird mit der Umgebungs- und Siedlungsgeschichte verknüpft und somit für jeden Bürger erfahrbar. Das fördert letztendlich auch die Wertschätzung der lokalen Denkmäler“, unterstrich Bürgermeister Heinz Paus die Bedeutung des Buchprojektes und ergänzte: „Eine so umfassende Denkmaldokumentation hält auch im Hinblick auf den Tourismus wertvolle Informationen bereit.“

In der Domstadt Paderborn gibt es zahlreiche Zeugnisse der über 1200-jährigen Geschichte, so der romanisch-gotische Dom, die mittelalterliche Kaiserpfalz und das im Stil der Weserrenaissance erbaute Rathaus. Nah am Zentrum liegt das Wasserschloss der ehemaligen fürstbischöflichen Residenz Schloss Neuhaus mit seinem Barockgarten. Ende des Zweiten Weltkrieges waren durch schwere Luftangriffe über 80 Prozent der Gebäude im Zentrum zerstört worden. Am 21. und 22. März 2014 wird während der Fachtagung „Eine neue Stadt entsteht“, die der LWL zusammen mit der Stadt Paderborn veranstaltet, zu Planungskonzepten des Wiederaufbaus diskutiert.

Hintergrund
Die Reihe „Denkmäler in Westfalen“ hat das Ziel, alle Denkmäler eines Kreises oder einer kreisfreien Stadt flächendeckend, vollständig und kompakt darzustellen. In einer reich bebilderten Einleitung, einem alphabetisch nach Straßennamen geordneten Katalogteil und einem abschließenden farbigen Kartenteil werden alle Bau- und Kunstdenkmäler wie auch Denkmalbereiche dokumentiert.
Die Publikation bildet den Beitrag Westfalen-Lippes zur bundesweiten Reihe „Denkmaltopographie der Bundesrepublik Deutschland“. Die Reihe dokumentiert seit den frühen 1980er Jahren in bisher fast 200 Bänden das bauliche Erbe der Bundesländer.

Foto: LWL