Demographie-Netzwerk traf sich in Bielefeld

Bielefeld (bi). Auf Einladung der Leiterin des Bielefelder Amtes für Demographie und Statistik, Susanne Tatje, trafen sich jetzt die Demographiebeauftragten der Städte und Gemeinden Nordrhein-Westfalens im Alten Rathaus zu einem ihrer regelmäßigen Netzwerktreffen. Im Vordergrund des Meinungs- und Erfahrungsaustauschs standen vor allem Strukturfragen. Über ihre Arbeit berichteten Antje Pund von der niedersächsischen Staatskanzlei und Dr. Claus Eppe vom nordrhein-westfälischen Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Alter und Pflege.

Oberbürgermeister Pit Clausen hob bei seiner Begrüßung die Bedeutung demographischer Arbeit für die Zukunftsfähigkeit der Kommunen hervor. Zwar könne Demographie kaum der einzige Aspekt von Zukunftsgestaltung sein, aber er hoffe doch, dass das Wissen und die Erfahrung von Demographiebeauftragten künftig noch mehr Einfluss auf kommunale Entscheidungsfindungsprozesse bekomme. Für Bielefeld habe sich bisher ein „Drei-Säulen-Modell” als erfolgreich erwiesen: „Die Einrichtung eines Amtes für Demographie und Statistik, die Verabschiedung eines Demographiekonzeptes durch den Rat der Stadt Bielefeld und die Einführung des „Demographie-Stempels“ – das sind die tragende Elemente unseres Konzeptes hier in Bielefeld”.

Auf großes Interesse stieß bei den Anwesenden der „Demographie-Stempel“, den Susanne Tatje für die Verwaltung entwickelt hat. Dieser gibt allen städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Kriterien an die Hand zu prüfen, ob ihre aktuellen Planungen und Projekte den demographischen Aspekt einbeziehen.

Antje Pund von der niedersächsischen Staatskanzlei betonte, dass der Demographische Wandel längst keine akademische Angelegenheit mehr ist, sondern mittlerweile in allen Bundesländern spürbar wird.  „Zwei Punkte sind wichtig: Wir können den Demographischen Wandel nur gemeinsam und im Dialog gestalten, aber er muss auch auf allen staatlichen Ebenen der Bedeutung entsprechend  zur „Chefsache“ erklärt werden. Von der Stadt Bielefeld und dem Netzwerk der Demographie-Beauftragten kann man hier nur lernen!“

Dr. Claus Eppe vom zuständigen NRW-Ministerium stellte die Eckpunkte der „Qualitätsinitiative Gemeinwesenorientierte Seniorenarbeit“ vor, in der sich von 2011 bis 2013 elf Städte Nordrhein-Westfalens Verwaltung, Wohlfahrtspflege und Seniorenvertretung  gemeinsam auf Augenhöhe auf neue Qualität in der Altenarbeit verständigen. Der partizipative Prozess und die Inhalte sollen ab 2014 landesweit verankert werden.

Susanne Tatje, Diplom-Soziologin, beschäftigt sich seit 2004 intensiv mit den Bevölkerungsveränderungen in Bielefeld. Mit dem Konzept „Demographischer Wandel als Chance?“, das 2006 einstimmig vom Rat der Stadt Bielefeld verabschiedet wurde, schuf die Demographiebeauftragte eine Grundlage für die strategische Planung in Bielefeld. Für das Bielefelder Demographiekonzept erhielt sie 2006 den Innovationspreis des Landes Nordrhein Westfalen. Sie war Mitglied der AG „Integration vor Ort!“ für den Nationalen Integrationsplan der Bundesregierung und ist Mitglied der Steuerungsgruppe der Kommunalen Gemeinschaftsstelle (KGSt) „Demographischer Wandel“. Einige ihrer Arbeitsschwerpunkte dokumentieren die Veröffentlichungsreihe „Zukunft Stadt“ sowie die „Info-Briefe: Demographie“.