Delegation beeindruckt von Welikij Nowgorod

Bielefeld (bi). Vom 13. bis zum 17. August hat eine offizielle Delegation der Stadt Bielefeld die russische Partnerstadt Welikij Nowgorod anlässlich des 25. Jahrestages der Unterzeichnung des Partnerschaftsvertrages besucht. Bei dieser Reise ging es auch um das Thema Bildung.

Neben Oberbürgermeister Pit Clausen als Delegationsleiter gehörten die Ratsmitglieder Hannelore Pfaff (Bündnis 90 / Die Grünen), Ursula Burkert (FDP), Gerd Kranzmann (SPD) und Detlef Werner (CDU) sowie Schwester Carola Kahler vom Kuratorium Welikij Nowgorod und Olaf Selonke aus dem Büro des Oberbürgermeisters zur Bielefelder Abordnung.

Die russische Stadt Welikij Nowgorod und Bielefeld verbindet seit über 25 Jahren eine städtepartnerschaftliche Beziehung. Am 17. September 1987 wurde der zweisprachige Partnerschaftsvertrag in Bielefeld unterzeichnet. Welikij Nowgorod gilt als Wiege des russischen Staates und kann auf eine 1.150-jährige Geschichte zurückblicken. Die Partnerschaft der beiden Städte wurde von Beginn an auf den verschiedenen Ebenen der Stadtgesellschaft intensiv gepflegt und gelebt.

Hiervon konnte sich auch Oberbürgermeister Pit Clausen überzeugen, der mit vielen Eindrücken aus Bielefelds Partnerstadt zurückgekehrt ist. Clausen: „Ich bin noch immer tief beeindruckt von der Herzlichkeit der Menschen und der großen Gastfreundschaft, die uns während des gesamten Aufenthaltes entgegengebracht wurde.“

Im Nowgoroder Rathaus wurde die Delegation von Bürgermeister Jurij Bobryschew empfangen und auch Clausens Amtskollege betonte die besondere Freundschaft, die die beiden Städte seit mehr als 25 Jahren verbindet. Im September feiert Nowgorod den 150. Gedenktag des Denkmals „Russlands Jahrtausend“ und Bürgermeister Bobryschew zeigte sich sehr erfreut, dass Pit Clausen die Teilnahme einer Abordnung aus Bielefeld an der Festzeremonie zusagte. Auch Russlands Präsident Putin wird an den Feierlichkeiten teilnehmen.

Weiter standen auf dem Programm Treffen mit Vertretern verschiedener Schulen und der Nowgoroder Universität. Hier konnten sich die Bielefelder ein Bild vom russischen Bildungssystem machen. Auch die Partnerschaft der beiden Universitäten ist fast von Anfang an ein starker Pfeiler der außergewöhnlichen und engen Zusammenarbeit der beiden Städte. Viele Projekte
konnten bereits realisiert werden. Aktuell arbeiten die beiden Hochschulen in einem Netzwerk mit elf west- und osteuropäischen Universitäten zusammen, um neue Curricula für ein vernetztes Aus- und Weiterbildungsangebot im Bildungsmanagement zu entwickeln.
Die Verbindungen der Bielefelder und Nowgoroder Schulen bilden ein weiteres wichtiges Element der Beziehungen. Hier helfen gemeinsame Projekte, bestehende Vorurteile abzubauen, und leisten durch das gegenseitige Kennenlernen einen wichtigen Beitrag zur Völkerverständigung und zum Frieden.

Da auch die Verbindungen unterhalb der offiziellen Ebene entscheidend für eine erfolgreiche Städtepartnerschaft sind, war es der Bielefelder Delegation ein Anliegen, auch die Menschen zu treffen, die diese Partnerschaft durch bürgerschaftliches Engagement tragen. Im Rahmen des Treffens mit dem Freundeskreis Bielefeld – Welikij Nowgorod konnten wichtige Zukunftsthemen besprochen werden. Es bestand Einigkeit, dass die erfolgreichen Beziehungen auch zukünftig durch viel Engagement weiterentwickelt werden müssen.

In Bielefeld wird das 25-jährige Bestehen der Partnerschaft durch einen Festakt am 30. September um 11.00 Uhr im Stadttheater Bielefeld gefeiert. Auch hier zeige sich der besondere Charakter der Beziehungen, so Oberbürgermeister Clausen, denn die Feierlichkeiten werden zusammen mit dem Kuratorium Städtepartnerschaft Bielefeld – Welikij Nowgorod e.V. und dem Stadttheater ausgerichtet. Das Babanov-Orchester aus Welikij Nowgorod wird dabei mit einem klassischen und folkloristischen Programm auf russischen Volksinstrumenten für die musikalischen Höhepunkte sorgen. Der Eintritt ist frei und alle Interessierten sind herzlich willkommen.