Das Hexenbürgermeisterhaus in Lemgo

hexenbuergerhausLemgo. „Hexenbürgermeisterhaus“, so wird es heute genannt: Das im 16. Jahrhundert erbaute Weserrenassaince-Bürgerhaus in Lemgo wurde 1926 zu einem Stadtmuseum umfunktioniert. Den unheimlichen Namen hat es nicht etwa erhalten, weil dort Hexen gelebt haben, sondern Bürgermeister Hermann Cothmann (1629-1683) und seine Familie. Cothmann galt als besonders fanatischer „Hexenverfolger“, welcher für die Hinrichtung von rund 100 unschuldigen Bürgern verantwortlich war. Dabei wurde seine eigene Mutter Catharina Goehausen sogar ebenfalls wegen angeblicher Hexerei umgebracht. Nach seinem Tod fanden keine Hexenprozesse mehr statt, der letzte Prozess fand 1681 statt. 

In dem Museum sind nun z.B. Folterinstrumente und Dokumente aus der Zeit der Hexenverfolgung ausgestellt, aber auch eine Menge anderer historischer Objekte und Schriften. So gibt es beispielsweise einen Raum, welcher Engelbert Kaempfer (1651-1716) gewidmet ist, ein in Lemgo gebürtiger Forscher, Arzt und Weltreisender.

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 Er reiste quer durch Asien und erforschte die damals noch relativ unbekannte Welt außerhalb Europas. Besonders seine Werke mit Beschreibungen von Japan haben das europäische Japan-Bild stark geprägt. Außergewöhnlich auffällig in der Ausstellung sind die Exemplare der Riesenkrabbe „Macrocheira kaempferi“, welche von ihm erstmals beschrieben und nach ihm benannt wurde.

Das Museum Hexenbügermeisterhaus hat Dienstag- Sonntag von 10-17 Uhr geöffnet. Es werden verschiedene Führungen angeboten, welche teilweise auch mit einem Stadtrundgang verbunden sind. Einzelheiten zu diesen Angeboten und Kontaktdaten auf: www.hexenburgermeisterhaus.de

Text und Foto: Viola Schrade