Das Biotop am Ramsiek in Bad Oeynhausen darf bleiben

Stadt und Landwirt schließen einen neuen Pachtvertrag ab. Der Sportplatz allerdings bleibt Geschichte – hier könnte aber etwas Neues entstehen.

Grünes Kleinod an der Ramsiekquelle: Naturschützer Wolfgang Heper hat sich für den Erhalt des Biotops eingesetzt. | © Nicole Bliesener

Grünes Kleinod an der Ramsiekquelle: Naturschützer Wolfgang Heper hat sich für den Erhalt des Biotops eingesetzt. | © Nicole Bliesener

Bad Oeynhausen. Das von der Planierraupe bedrohte Biotop am Ramsiek in der Nähe der Grundschule Rehme-Oberbecksen ist gerettet. Und es wird künftig sogar noch größer. „Streuobstwiese und Waldsaum bleiben erhalten und für den ehemaligen Rasensportplatz gibt es auch schon eine Idee“, weiß Wolfgang Heper von der AG Natur und Umwelt zu berichten. Heper hatte sich für den Erhalt dieser grünen Oase öffentlich eingesetzt. Der Eigentümer, Landwirt Thomas Wehmeyer, und die Stadt Bad Oeynhausen haben jetzt einen neuen Pachtvertrag über das insgesamt 15.000 Quadratmeter große Gelände abgeschlossen. Dies bestätigte Stadtsprecher Volker Müller-Ulrich auf Anfrage von nw.de. „Der Sportplatz ist aber Geschichte, wie es mit dem Gelände weitergeht, darüber laufen derzeit Gespräche“, so Müller-Ulrich.

Ein fußläufiges Paradies für die Grundschulkinder: Der alte – in das Jahr 1978 – zurückreichende Pachtvertrag war zum 1. April wie berichtet ausgelaufen. Eine Verlängerung des Vertrags war nach Auskunft von Landwirt Karl-Heinrich Wehmeyer, dem Vater des heutigen Eigentümers, kurz vor dem Notartermin geplatzt. „Die Stadt hat uns eine Ausgleichsfläche in Oberbecksen angeboten, doch die Politik hat ihr Veto eingelegt, weil dieses Land als Bauerwartungsgebiet ausgewiesen ist“, berichtete Wehmeyer im Frühjahrnw.de. Er betonte, dass seine Familie das Biotop gerne erhalten wollen, aber eben auf eine Ausgleichsfläche angewiesen sei. Laut des ursprünglichen Pachtvertrags hätte das Gelände in den ursprünglichen Zustand versetzt werden müssen, damit die Fläche wieder bewirtschaftet werden kann. Also hätte das grüne Kleinod dem Erdboden gleichgemacht werden müssen. Mit dem Abbau des Sportplatzes hatte die Stadt im Mai bereits begonnen.

Die gesamte Fläche ist 15.000 Quadratmeter groß: Die Sportplatzfläche ist 8.000 Quadratmeter groß, 4.500 Quadratmeter misst die bewaldete Fläche und auf 2.500 Quadratmetern stehen mittlerweile stattliche Obstbäume – zumeist alte Apfelsorten, die Ende der 70er Jahren angepflanzt worden sind. „Die Streuobstwiese mit ihren 25 Obstbäumen ist in den besten Jahren“, sagte Heper im Mai, „die Bäume bringen sehr viel Ertrag und die Oberbecksener versorgen sich hier seit Jahren mit Obst.“ Die Kinder der benachbarten Grundschule hätten das Areal sozusagen als grünes Klassenzimmer genutzt, um die Natur zu entdecken. „Im Laufe der Jahre haben wir hier viele Projekte verwirklicht, auch mit unserer Jugendgruppe“, sagt Wolfgang Heper, Vorstandsmitglied der AG Natur und Umwelt. Die Entdeckungsreise der Grundschulkinder und Naturentdecker der AG Natur und Umwelt kann also nun doch weitergehen. „Es ist aber noch ungeklärt, wie es mit der Pflege des Areals aussieht“, sagt Wolfgang Heper.

Patenschaft der AG Natur und Umwelt denkbar: „Ich könnte mir aber eine Patenschaft der AG Natur und Umwelt vorstellen“, sagt der engagierte Naturschützer. „Aber, das müssen wir natürlich gemeinsam im Vorstand beratschlagen und beschließen. Wir sind ja schließlich keine Umwelt-Diktatur“, sagt Heper lachend. „Vor allem die Grundschüler haben dieses Kleinod direkt vor der Tür und müssen nicht erst mit dem Bus dahin fahren“, fügt Heper hinzu. Die Kinder könnten dann nach Schulschluss und am Wochenende mit ihren Eltern dahin, um zu zeigen, was sie im Biotop alles entdeckt haben. Für künftige Projekte im Biotop im Ramsiek gibt es bereits viele Ideen. Auch für die Zukunft des ehemaligen Sportplatzes. „Hier soll wohl eine Blühwiese entstehen“, weiß Heper. Und keine Hundeauslauffläche – wie es sich wohl einige Bürger gewünscht haben. Oberbecksener Bürger möchte Wolfgang Heper auf jeden Fall mit ins Boot nehmen. „Auf die damalige Berichterstattung habe ich viel Resonanz bekommen. Jetzt will ich die Leute beim Wort nehmen und zum Mitmachen motivieren“, sagt der umtriebige Naturschützer.

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