Dancing Queens: China in your hands

Bild 1_Dancing Queens Paderborn (iw). Alaaf! Helau! Die Zeit des Verkleidens, der Masken sowie der Karnevalsumzüge steht unmittelbar vor ihrem Höhepunkt! Doch nicht nur in Köln, Mainz und Düsseldorf steigt die Vorfreude der Narren und Jecken: Auch in der Paderborner Paderhalle stimmt man sich mit der „Närrischen Paderstadt“ sowohl schunkelnd als auch singend mit einem lauten „Palau!“ auf den Karneval ein.

Mit dabei und unzweifelhaft eine der bekanntesten Showtanzgruppen im Umkreis von Paderborn sind die Dancing Queens.

Ab 20.30 Uhr : Vorbereitung
Fragen wie „Wo ist die goldene Station?“, „Wo ist mein drittes Steinchen?“ sowie „Wer hat meine Haarklammern gesehen?“ tönen durch den Raum. Doch wer denkt, dass es in der Umkleide der Paderhalle mit 16 Frauen auf engen Raum laut und stressig zugeht, der hat sich in diesem Fall geirrt. Diese Tänzerinnen sind Profis. Neben Toffifee, Knoppers und Haribo wird sich ganz in Ruhe fertig gemacht: Schwarze, langhaarige Perücken, goldener Lidschatten, roter Lippenstift, künstliche Wimpern sowie elegant geschwungene schwarze Linien rund um die Augen – alles getreu dem chinesischen Motto „China in your hands“. In der Vorbereitung für den Auftritt ist Teamarbeit gefragt. „Jede Tänzerin ist für einen Bereich verantwortlich“, erklärt Julia Neumann. Die 25-Jährige hilft zum Beispiel ihren Kolleginnen dabei die künstlichen Wimpern aufzutragen: „Das ist alles genauestens geplant, wir sind da routiniert“, fügt sie hinzu. Profis eben.

Begonnen hat alles 2001: Zwölf Tänzerinnen gründeten eine Gardegruppe. Aber: „Wir waren keine Besonderheit, es gab bereits so viele Gardetänzerinnen“, erinnert sich Katharina Wünnerke. Eine Veränderung musste her.

Bild 2_Dancing QueensHeute tanzen die mittlerweile 21- bis 26-Jährigen Showtanz. Jedes Jahr in der Osterzeit, wenn die Karnevalssaison vorbei ist, stimmen sie über ein neues Thema ab. Die Ideen dafür stammen von der Trainerin Gabi Sprenger. Avatar, Wicked, Welcome to the Circus, Dschungel – die Themen der Auftritte sind nicht nur vielfältig sondern auch teuer und aufwendig. 50 Prozent der Einnahmen werden in die teilweise bis zu drei Kostümen pro Show verwendet. „Ich hatte bislang das teuerste Kostüm“, berichtet Sandra Ewers. „Um die 250 Euro hat allein der Stoff gekostet“, ergänzt sie. Designed werden diese sowohl von Petra Schmitz als auch der Trainerin höchpersönlich. „Sie ist ein allround-talent“, sind sich alle einig.

Circa 23 Uhr: Der Auftritt
Musik an! Ein Gong ertönt.

Mit sowohl einem spektakulären Bühnenbild (Thomas Breimann) sowie aufwendigen Requisiten erzählen die Dancing Queens ihre eigene kleine Geschichte, in dem ein mutiger, weißhaariger Chinese (verkörpert von Carina Becker) allein mit der Kunst des Tanzes den berüchtigten Chinesischen Drachen vertreibt und besiegt. Die Dancing Queens führen das Publikum in eine andere Welt, in der die chinesische Kultur tänzerisch auf der Bühne wiedergegeben wird.

Nach dem dritten Kostümwechsel in wenigen Minuten geht ein überraschtes Raunen durch das Publikum.

Bild 3_Dancing QueensTrotz des schnellen Taktes der chinesischen Musik sowie dem häufigen Songwechsel sind die Tänzerinnen stets synchron und liefern eine scheinbar fehlerlose Performance ab – immer mit einem Lächeln auf den Lippen, als würden sie nicht gerade vor einem riesigen Publikum tanzen, sondern ganz entspannt Zuhause vor dem Spiegel.

Circa 23.10Uhr: Nach dem Aufrtitt
Wahnsinn!“ ist aus dem begeisterten Publikum zu hören. Der Applaus will nicht enden. Die Zugabe nennt sich nur Zugabe. Eigentlich ist sie ein fester Bestandteil des Auftrittes, denn aufgrund der großen Publikumsresonanz gibt es immer eine Zugabe.
Nach dem 10-minütigen Auftritt stehen die Tänzerinnen wieder hinter der Bühne. Ihr nächstes Ziel? Lachend kommt die Antwort: „Jetzt wollen wir ins Fernsehen! Bis dahin haben wir es noch nicht geschafft!“

Bis zu 27 Auftritte haben sie im Jahr, allein um die 17 davon in der Hochsaison, der Karnevalszeit. „Wir tanzen auch an Geburtstagen, Firmenfesten oder zum Beispiel Frühlingsfesten“, berichtet Alice Jostameling. Zu den rund 35 Kostümen, die in jedem Kleiderschrank der jeweils 16 Tänzerinnen hängen, werden wohl noch einige hinzukommen.

BU1: Dancing Queens: v.l.n.r. oben: Miriam Schubert, Annika Schrautemeier, Angela Nikolaus, Sandra Ewers, 2. Reihe v. oben: Sandra Lipsmeier, Anja Timmer, dadrunter: Nadine Lange, Katharina Schmitz, v.l.n.r. unten: Lena Sprenger, Katharina Wünnerke, Alice Jostameling, Julia Neumann, Lisa Steltenkamp, Carina Becker (fehlend: Jutta Rediker, Heike Pamme, Sabrina Klösener).
BU2: Die Tänzerinnen vor einem aufwendig gestalteten Bühnenbild mit gelben Schirmchen.
Bu3: Begeisterung im Publikum während der Zugabe der Dancing Queens.

Text: Ines Wollenteit
Fotos: Ines Wollenteit, Jessica Gleicher