Damit’s gesund schmeckt

Paderborn (IP). Wenn Gabriela, Christian und Lukas in ihre neue Mensa auf dem Gelände des Niesenteich-Schulzentrums kommen, können sie das Essen kaum erwarten. Sie gehen gerne in die Mensa, nicht nur weil sie hungrig sind, sondern weil sie auch heute wieder zwischen zwei Menüs wählen können. Pfannkuchen mit Apfelmus oder Fleisch, Salzkartoffeln und Kohlrabi stehen zur Wahl. Dazu gibt es Gemüserohkost und Fruchtjoghurt.

Wer wie die Stadt Paderborn im Jahr mehr als eine halbe Millionen Essen ausgibt, der sollte auch im Blick haben, wie gesund diese Mahlzeiten sind. Die Stadt Paderborn hatte und hat dies im Blick und legt auf dieses Thema großen Wert. Nachdem eine entsprechende Kooperation mit der Universität Paderborn zum Schuljahrsende ausläuft, setzt sie nunmehr auf eigenen Sachverstand. Als erste Kommune in Ostwestfalen und eine der wenigen landesweit hat sie eine Diplom-Ökotrophologin eingestellt. Barbara Lenniger kümmert sich seit dem Frühjahr nicht nur um die Qualität des Schulessens, sondern steht auch den Kindergärten der Stadt bei diesem Thema mit Rat und Tat zur Seite. Die geborene Paderbornerin hat in Bonn ein Studium der Ernährungs- und Haushaltswissenschaften erfolgreich abgeschlossen und kehrt nach Stationen in der Privatwirtschaft in Essen und der Vernetzungsstelle Schulverpflegung der Verbraucherzentrale NRW in ihre Heimatstadt zurück. „Ich möchte an der Schnittstelle zwischen den Schulen, der Stadt, den Caterern und der Verteilung des Essens die Reibungsverluste minimieren und dafür sorgen, dass das Schulessen nicht nur schmeckt, sondern auch gesund ist“, sieht die 35jährige ihre Aufgabe auch als Ansprechpartnerin für alle Beteiligten. Zunächst möchte sie eine Umfrage an den weiterführenden Schulen auf den Weg bringen, um die Zufriedenheit, Wünsche und Schwächen im Hinblick auf das Schulessens zu ermitteln. Auf Basis dieser Ergebnisse soll die Schulverpflegung weiter optimiert werden.

Auch heute schon orientieren sich die Speisepläne der Grund- und weiterführenden Schulen an dem Qualitätsstandard der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Aber ein ausgewogener Speiseplan allein, macht noch keine gute Schulverpflegung aus. Wichtig ist zum Beispiel auch, dass sich die Schülerinnen und Schüler mit ihrer Mensa identifizieren, sich dort wohl und erstgenommen fühlen. „Die Stadt Paderborn ist in dieser Hinsicht im Vergleich zu anderen Kommunen schon recht weit“, schätzt die Ernährungswissenschaftlerin ein und verweist auf die bereits vier zertifizierten Grundschulen. Hier gibt es täglich ein Menü bestehend aus drei Komponenten, von denen jeweils eine aus Gemüse oder Salat und eine aus einer Sättigungsbeilage, wie Kartoffeln, Nudeln oder Reis besteht. Zudem bekommen die Kinder zweimal in der Woche Fleisch, einmal Fisch und zweimal ein vegetarisches Gericht. In den weiterführenden Schulen kann täglich aus zwei Menüs gewählt werden, davon ist immer eins mit Fleisch oder Fisch und eins grundsätzlich vegetarisch. Auch hier sind Gemüse und Rohkost täglich gesetzt.

Die Sicherung einer guten Qualität und neue Impulse für die in den kommenden Jahren immer wichtiger werdende Schulverpflegung sieht Beigeordneter Wolfgang Walter als Herausforderungen für die neue Mitarbeiterin. „Gemeinsam mit allen Beteiligten das Essen zu einem zentralen Punkt des Schullebens zu machen, erhöht nicht nur die Akzeptanz dafür, sondern auch die Motivation zum Lernen“, weiß Walter, der dem Sprichwort „Ein voller Bauch studiert nicht gern“ deshalb nur bedingt zustimmen kann.

Bild: Stadt Paderborn – Amt für Öffentlichkeitsarbeit und Stadtmarketing