Damit Besucher gerne bleiben und wiederkommen

Schauen genau hin - (v.l.) die Lebensmittelkontrolleurinnen Katrin Fuest und Ludgera Lüke mit Landrat Manfred Müller und Standinhaber Siegbert Friedt.

Kreis Paderborn (krpb). Damit Besucherinnen und Besucher des beliebten Liborifestes genüsslich in die Bratwurst beißen oder ihr Eis genießen können, sind die Lebensmittelkontrolleurinnen und -kontrolleure des Amtes für Verbraucherschutz und Veterinärwesen des Kreises Paderborn auch in diesem Jahr „auf dem Berg“ unterwegs.Geprüft wird direkt vor Ort die Hygiene bei der Herstellung, Lagerung und dem Anbieten von Lebensmitteln, die Sauberkeit hinter dem Tresen sowie die Umsetzung baulicher Vorgaben. Lebensmittelproben wandern direkt vom Stand in die Kühlbox für die Laboruntersuchung.

Um sich direkt vor Ort, in mitten von rund 250 Verkaufsständen beim diesjährigen Liborifest, selbst ein Bild von der Lebensmittelhygiene und –überwachung zu machen, schaute Landrat Manfred Müller nun gemeinsam mit den Fachleuten hinter Verkaufstheken, auf Zapfanlagen und Eismaschinen. „Der Verbraucherschutz wird bei uns großgeschrieben. Wir schauen genau hin, damit Besucher gerne bleiben und wiederkommen“, betont Müller.

Drei bis vier Teams mit jeweils zwei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Amtes für Verbraucherschutz und Veterinärwesens sind in der Liboriwoche in der Innenstadt im Einsatz. Ihre ständigen Begleiter: Temperaturmessgeräte, Probenentnahmesets, auch Notizblöcke, um eventuelle Mängel direkt festhalten zu können.

Wird die angebotene Ware ordnungsgemäß gekühlt? Sind Lagermöglichkeiten vorhanden, Reinigungsmittel am vorgeschriebenen Platz, Arbeitsplatten und Fußböden glatt und abwaschbar? Und werden die vorgeschriebenen Eigenkontrollen der Standinhaber auch durchgeführt und dokumentiert? Denn um die richtige Lagertemperatur der Fischbrötchen oder den Zeitpunkt der Reinigung der Zapfanlagen genauestens im Blick zu haben, müssen auch die Standbetreiber zu Block und Kugelschreiber greifen.

Rund 30 Kontrollen führten die Fachleute bisher auf dem diesjährigen Volksfest unangekündigt durch.126 Routinekontrollen waren es im vergangenen Jahr. 42 Bier-, Eis- oder Bratwurstproben wurden 2011 gezogen und vom Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt Ostwestfalen-Lippe in Detmold insbesondere auf unerwünschte Keime untersucht.

Standinhaber David Lüdtke-Steiger nimmt im Beisein von Kontrollassistent Christian Füser und Landrat Manfred Müller eine Getränkeprobe für´s Labor.

In Einzelfällen müssen die Kontrolleure schon mal den amtlichen Zeigefinger erheben. „Es wurden aber bisher nur geringfügige Mängel wie beispielsweise fehlende Papiertücher oder verbrauchte Farbanstriche auf Wandflächen festgestellt“, erklärt die stellvertretende Leiterin des Amtes für Verbraucherschutz und Veterinärwesen, Dr. Elisabeth Altfeld. „Im letzten Jahr wurde darüber hinaus die Nachreinigung einiger Zapfanlagen veranlasst“, so Altfeld. Doch konnten die Mängel immer im Sinne aller Beteiligten ohne größere Probleme behoben werden. „Kein Stand musste aufgrund gravierender Mängel in den letzten Jahren durch unsere Mitarbeiter geschlossen werden“, betont die Expertin. Die Zusammenarbeit zwischen der Verwaltung und den Standbetreibern verlaufe in der Regel reibungslos. So auch bisher auf dem Liborifest.

Bereits im Vorfeld des offiziellen Startschusses standen Schwerpunktkontrollen auf dem Programm, um speziell mögliche bauliche Mängel erkennen und beheben zu können. Das Ergebnis: An einigen Ständen fehlten ausreichende Überdachungen. „Diese werden nun nachgerüstet. Wir kontrollieren das“, verspricht Altfeld.

„Wichtig ist, dass die Besucher des Festes ein sicheres Gefühl haben und wissen: es gibt uns!“, betont Landrat Manfred Müller. Der Verbraucher müsse Vertrauen haben können in das, was auf den Teller kommt.

Da viele Standbetreiber ihre Köstlichkeiten bereits seit Jahren auf dem Liborifest anbieten, „kennt man uns schon“, erzählt Katrin Fuest von der Lebensmittelüberwachung. „Die Standbetreiber wissen aber in der Regel auch, worauf es ankommt und sind kooperativ“, ergänzt Lebensmittelkontrolleurin Ludgera Lüke.

Neben dem Liborifest ist natürlich das ganze Jahr über die Überwachung der Lebensmittelkette vom Stall bis zum Tisch sicherzustellen: Zu kontrollieren sind von den Lebensmittelkontrolleuren und Veterinären alle Bereiche und Betriebe, von der Pommesbude um die Ecke, über Gaststätten und Wochenmärkte, bis hin zu großen Lebensmittelfirmen. Das sind im Kreis Paderborn rund 3.200 Betriebe im Bereich des Einzelhandels, der Gastronomie, der Lebensmittelherstellung und selbstverständlich auch am Anfang der Kette, also im Bereich der Landwirtschaft. Was kaum jemand weiß: auch Kosmetika, Spielzeuge oder Schmuck werden von den Mitarbeitern des Amtes für Verbraucherschutz und Veterinärwesen stichprobenartig beprobt und zum Beispiel auf Schadstoffe untersucht.

Über 1.500 unangekündigte Routinekontrollen wurden im vergangenen Jahr, 915 bisher in 2012 durchgeführt. Doch warnt Landrat Manfred Müller auch vor übertriebenen Erwartungen. Nicht an jeder Fleischtheke könne und solle ein Lebensmittelkontrolleur stehen. Vorrangig seien die Lebensmittelunternehmer für die Unbedenklichkeit ihrer Produkte verantwortlich. Dies sei durch Eigenkontrollen sicherzustellen. „Wir führen dann die Kontrolle der Kontrolle durch“, erklärt Dr. Elisabeth Altfeld abschließend.

Fotos: Kreis Paderborn