Bürener Grundschüler üben Notruf mit Sani Sanelli

Grundschule-Wewelsburg-Handy-TrainingBüren. Der rote Plüschkobold mit dem lustigen Namen „Sani Sanelli“ kommt gemeinsam mit dem Kinderbuch der Autorin Miriam Mihm und einer CD in Grundschulen zum Einsatz, um den Schülerinnen und Schülern alles rund um den Notruf zu erklären.

„Wie heißt denn deine Oma?“, fragt Miriam Mihm eine Schülerin der Klasse 1b in Wewelsburg. „Barbara“ antwortet diese, doch wie der komplette Name der Großmutter oder deren Anschrift lautet, weiß die 1. Klässlerin nicht. Damit Kinder in Notfallsituationen wissen, wie sie reagieren müssen, gibt es Sani Sanelli, eine Initiative der Björn-Steiger-Stiftung.

„Der Bedarf ist wirklich enorm, ich bin froh, dass Frau Dr. Enkemeier, Vorsitzende des Notarztträgervereins Büren, auf uns zugekommen ist und uns dieses Projekt der Björn-Steiger-Stiftung vorgeschlagen hat. Die Kinder wissen wirklich nicht den kompletten Namen ihrer Großeltern oder deren Adressen, auch den Straßennamen dieser Schule wussten die meisten nicht. Außerdem kennen die Schüler teilweise nur ihren Wohnort, oft allerdings nicht die Stadt, zu der die Ortschaft gehört“, schildert die Schulleiterin des Grundschulverbundes Almetal Elisabeth Willeke.

Die Grundschüler lernen, wie sie in einem Ernstfall selbst den Notruf 112 absetzen können, um Erwachsenen oder anderen Kindern helfen zu können. Im Unterricht benutzt Miriam Mihm dafür zahlreiche Handyattrappen, die von der Deutschen Telekom gespendet wurden. Die Kinder sollten mit den verschiedenen Handy-Typen vertraut sein, um im Notfall von jedem Handy einen Notruf tätigen zu können. Insbesondere der Umgang mit den Handys der Eltern und Großeltern sollten ihnen daher bekannt sein.

„Als Notärztin erlebe ich immer wieder, dass Kinder Probleme haben einen Notruf abzusetzen und im Ernstfall zählt jede Minute. Daher freue ich mich, dass ich den Grundschulverbund Wegwarte mit seinen Standorten in Wewelsburg und Brenken sowie die Lindenhofschule in Büren für dieses Projekt begeistern konnte. Finanziert wird das Projekt von der Björn-Steiger-Stiftung und dem Notarztträgerverein Büren.

Grundschule-Wewelsburg-2Miriam Mihm hat die Geschichten von Sani Sanelli eigentlich für ihre Nichte aufgeschrieben. „Ich habe mir Sorgen gemacht, weil meine Nichte oft mit der Oma alleine war und diese Herzprobleme hatte. Dann ist die Björn-Steiger-Stiftung auf mich zugekommen und hat mich überzeugt, mehr daraus zu machen. Nun arbeite ich ehrenamtlich für die Björn-Steiger-Stiftung indem ich in ganz Deutschland Grundschulen besuche und den Kindern mit Hilfe von Sani Sanelli das richtige Verhalten im Notfall beibringe“, erklärt Miriam Mihm.

Die Björn-Steiger-Stiftung setzt sich seit über 40 Jahren für die Verbesserung der Notfallhilfe in Deutschland ein. Dass heute deutschlandweit Dienste wie ein flächendeckender Krankentransport rund um die Uhr, Notarztsysteme und einheitliche Notrufnummern existieren, ist dem Engagement der Björn-Steiger-Stiftung zu verdanken.

Mittlerweile gibt es ein didaktisches Paket, womit die Lehrer die Unterrichtseinheit an den Schulen weiterführen können. Darin enthalten sind die Geschichten von Sani Sanelli, eine CD mit einem passenden Kinderlied von den Bläck Föös und das Kuscheltier Sani Sanelli. So soll das Thema einmal im Jahr in den 2.-4. Klassen spielerisch in den Lehrplan mit aufgenommen werden.

BU1: Die 1 b der Grundschule in Wewelsburg mit Bürgermeister Burkhard Schwuchow, Schulleiterin Elisabeth Willeke, Katja Friebe, Birgitt Suntrup (Lehrerinnen der 1a und 1b), Miriam Mihm und Dr. Agatha Enkemeier
BU2: Tanzen zu dem Kinderlied der Bläck Fööss „112-Hilfe eilt herbei“
Fotos: Stadt Büren