Blumen für die Bienen

Juli 2011 009 (1)Detmold. „Wenn im Frühjahr der Raps ausgeblüht hat, verhungern die Bienen.“ Das kann man von lippischen Imkern immer häufiger hören. Denn die Landschaftsveränderungen lassen auch den Insekten in Lippe immer mehr Lebensraum. Mit grünen Rasenflächen, gespritzten Feldrändern, eintönigen Parkanlagen und geschotterten Gärten und öffentlichen Flächen ist den Schmetterlingen und Hummeln, den Honigbienen und Schwebfliegen nicht gedient. Dabei sind gerade die Bienen für die Menschen lebenswichtig: Ohne Bienen keine Beeren und keine Äpfel, keine Kirschen, Pflaumen und Birnen, ohne Bienen ist sogar der Rapsertrag geringer, und natürlich gibt es ohne Bienen auch keinen heimischen Honig mehr.

Deswegen hat der Lippequalität e.V. für unsere Region das Programm „Blühende Landschaft“ in seiner Mitgliederversammlung am vergangenen Montag im Detmolder Kreishaus einstimmig beschlossen. Lippequalität setzt sich dafür ein, dass auf öffentlichen, kirchlichen, betrieblichen und privaten Flächen, in der landwirtschaftlichen Nutzung von Acker- und Grünlandflächen, in Gehölzbereichen, in Hausgärten und auf Balkonen insektenfreundliche Maßnahmen zu ergreifen, um eine nachhaltige Lebensgrundlage für die Vielfalt der Blühpflanzen, Tier und Mensch zu sichern. Die hier und da zu sehenden Blühstreifen in der Landwirtschaft sind ein gutes Zeichen in die richtige Richtung, doch reiche das bei weitem nicht aus, zumal an zu vielen Stellen immer noch bienenschädigende Spritzmittel Verwendung finden.

Deswegen will der Lippequalität e.V. mit anderen Institutionen, Verbänden und Initiativen zusammen über das Projekt „Blühende Landschaften“ in Öffentlichkeit, Schulen und Betrieben informieren und über die Bedeutung einer insekten-, insbesondere bienenfreundlichen Landschaft aufklären. Er weiß sich in dieser Initiative einig mit den mehr als 300 Imkern in Lippe, die einzeln oder über den Kreisimkerbund Mitglied in dem Regionalvermarktungsverein sind.

Lippequalität wurde vor elf Jahren gegründet und hat sich über die regionale Vermarktung zum Ziel gesetzt, positive Akzente in der Gestaltung der Region und dem Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen zu setzen. Die Regionalbewegung Lippe ist daraus hervorgegangen. Mit dem Kreis Lippe und mehreren Kommunen, mit Betrieben und privaten Gartenbesitzern wurde bereits erste Kontakte geknüpft und Informationen weitergegeben.

Für die jetzt anlaufende Aktion geht es vor allem um Sommerblumen, die es in unterschiedlichen Saatmischungen zu kaufen gibt und die vor allem karge Böden lieben. Eine Rasen- oder Wiesenfläche lässt sich einfach in einer blühende insektenfreundliche Sommerblumenpracht umwandeln, wenn die Grasnarbe abgetragen, dann der Boden aber nicht umgegraben, sondern nur oberflächlich von Wurzelranken befreit wird. Darauf werden die Blumensamen gesät, die locker mit etwas Sand vermischt ausgesät werden, dabei sollte der Boden während der Keimzeit stets etwas feucht gehalten werden.

Foto: Günter Puzberg