„Bitte nicht füttern!“

Foto-W.-Peters-(50)Oerlinghausen. Sie sind knuffig, zottelig und einfach zum Gernhaben. Die Schottischen Hochlandrinder im Naturschutzgroßprojekt Senne und Teutoburger Wald (NGP) haben die Herzen vieler Besucher erobert und sind zu einer Attraktion in der Wistinghauser Senne geworden. In der Absicht, den Tieren etwas Gutes zu tun, versuchen einige Tierfreunde gerade in der vegetationsarmen Jahreszeit, die Rinder anzulocken und zu füttern. Leider werden die Tiere damit zu „Bettlern“ erzogen, stellt Daniel Telaar, wissenschaftlicher Mitarbeiter des NGP, fest. „Wenn Besucher immer wieder die Tiere mit mitgebrachten Lebensmitteln anlocken und füttern, wird dies über kurz oder lang zu einer Verhaltensänderung bei den Tieren führen. Irgendwann bedrängen sie dann die Wanderer, weil sie erfahrungsgemäß Futter von den ‚Zweibeinern‘ erwarten. Dies ist ein Konditionierungseffekt, der zu negativen Verhaltensweisen bei den Tieren führen kann“, befürchtet Telaar.

Bisher sei es noch zu keinen Konfliktsituationen zwischen den Wanderern und den Tieren gekommen. Telaar schließt dies aber für die Zukunft nicht aus, wenn Tierfreunde ihre vermeintliche Tierliebe weiterhin durch Füttern der Hochlandrinder ausdrücken wollen. Die Rinder können sich in Erwartung von Futter so verhalten, das Besucher sich von ihnen bedrängt fühlen.

„Die Schotten leiden in dieser überraschend milden Winterzeit keine Not. Sie werden ständig beobachtet und wenn es notwendig ist, erhalten sie zusätzlich Futter. Ihre wichtigste Aufgabe ist es, das zu fressen, was in der Wistinghauser Senne wächst. Nur so können wir im Beweidungsgebiet das Ziel des Naturschutzgroßprojekts erreichen: Die Ausweitung der Artenvielfalt durch eine Hudelandschaft“, unterstreicht Telaar die Aufgabe der Rinder. Deshalb bittet er dringend alle Besucher, die Tiere nicht zu füttern und im eigenen Interesse den Sicherheitsabstand von 25 Metern einzuhalten.

www.ngp-senne.de/

BU: Finden genug zum Fressen: Die Schottischen Hochlandrinder in der Wistinghauser Senne. Wenn Besucher die Tiere füttern, werden sie irgendwann anfangen, die Passanten anzubetteln. Wer will das schon bei dem Gehörn?! Deshalb ist es besser, den Sicherheitsabstand einzuhalten.

Foto: W. Peters