Bethel entwickelt mit Partnern ÖPNV-Navi für behinderte Menschen

Michael Hubert (2.v.l.) vom Bundeswirtschaftsministerium war beim Projektstart der „Mobile“-Partner in Bielefeld-Bethel mit dabei. Foto: Bethel

Michael Hubert (2.v.l.) vom Bundeswirtschaftsministerium war beim Projektstart der „Mobile“-Partner in Bielefeld-Bethel mit dabei. Foto: Bethel

Bielefeld/Berlin. Etwa 28 Millionen Menschen nutzen in Deutschland täglich den öffentlichen Personenverkehr (ÖPNV). Wenn die Nutzung des ÖPNV einfacher und komfortabler wird, werden die Fahrgastzahlen weiter steigen. Das ist das Ziel der vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) gestarteten Initiative „Von Tür zu Tür – eine Mobilitätsinitiative für den öffentlichen Personenverkehr der Zukunft“.

Mit dem Projekt „Mobile“ sind die v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel und die Bielefelder Verkehrsbetriebe moBiel jetzt zusammen mit weiteren Partnern Teil der bundespolitischen Initiative. Gemeinsam mit Bethel und moBiel engagieren sich mehrere nordrhein-westfälische Hochschulen, Verkehrsunternehmen  und Dienstleister aus dem Gesundheitswesen. Ihnen geht es darum, besonders für ältere und in ihrer Mobilität eingeschränkte Menschen den öffentlichen Personennahverkehr besser nutzbar zu machen. Ein leicht zu bedienender „Navigator“ soll jedem individuell Auskunft etwa über Haltestellen, Fahrzeiten, den Routenverlauf oder Umsteigeverbindungen geben, und das während man unterwegs ist.

„Das Navigationssystem, das wir entwickeln wollen, soll auf den speziellen Bedarf von Menschen mit geistigen, körperlichen oder psychischen Einschränkungen ausgerichtet sein“, beschreibt der Betheler Projektleiter Prof. Dr. Michael Seidel das Ziel der Arbeit. So ein Navi könnte auch Auskunft über Barrieren oder über Barrierefreiheit eines Reiseweges geben und etwa Hochbahnsteige, Rolltreppen oder Aufzüge anzeigen, erklärt Projektkoordinatorin Dr. Friederike Koch den praktischen Nutzen. Der Grundgedanke dabei sei, so die Betheler Expertin, dass ein Navigationssystem, das für Menschen mit Behinderungen nützlich ist, letztlich allen Menschen zu Gute komme.

Im Rahmen der Initiative des Bundeswirtschaftsministeriums hatten sich 30 innovative Projekte um Fördermittel beworben. Ein Drittel von ihnen, darunter „Mobile“,  wurde ausgewählt und wird jetzt bis zum Frühjahr 2016 gefördert. Für alle Projekte zusammen stehen 25 Millionen Euro Bundesmittel zur Verfügung. „Mit den Ergebnissen aus diesem Projekt wird es gelingen, den Zugang zu Bussen und Straßenbahnen für einen weiteren Personenkreis  zu öffnen und damit auch die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel für alle Fahrgäste zu vereinfachen“, ist sich Hans-Jürgen Krain, Geschäftsführer von moBiel, sicher. Die Beteiligung an dieser Mobilitätsinitiative für Menschen, die mit Einschränkungen leben müssen, sei eine Herzensangelegenheit für moBiel als Bielefelder Verkehrsunternehmen, so Hans- Jürgen Krain.

Der Stiftungsbereich Bethel.regional wird jetzt 15 Menschen mit Behinderung, die hier unterstützt werden, in das Projekt einbeziehen und sie während der Projektlaufzeit begleiten. Zunächst  werden gemeinsam Anforderungen an das Navigations-System definiert, im weiteren Verlauf sollen die im Projekt entwickelten Prototypen getestet und bewertet werden. Darüber hinaus wird auch das Betheler PIKSL-Labor in Düsseldorf in die Projektarbeit eingebunden. Das Labor ist mit multimedialen und vernetzten Arbeitsplätzen ausgestattet, an denen Menschen mit geistiger Behinderung Kenntnisse der digitalen Kommunikationstechnik erlangen.

Mitte Mai ist das Projekt von den verschiedenen Partnern offiziell in Bielefeld-Bethel gestartet worden. Mit dabei war auch Michael Hubert aus dem Referat Verkehrstechnologie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie.