Bereit fürs Studium

Bielefeld (fhb). Jobmesse und Schnuppertag in einem das ist die neue Veranstaltung „StudIuM Ready for Tec-off?“ des Fachbereichs Ingenieurwissenschaften und Mathematik der Fachhochschule (FH) Bielefeld.

Im Sinne des Mottos „Mach mit, mach’s nach, hab Spaß“
erlebten heute mehr als 750 Schülerinnen und Schüler der Oberstufe
Schnuppervorlesungen, Laborbesichtigungen, Experimente und
Mitmach-Aktionen. Außerdem konnten sie sich mit Vertreterinnen und
Vertretern von Unternehmen der Region über ingenieurwissenschaftliche
Berufe und Einstiegsmöglichkeiten in den Job unterhalten. Das Ziel der Veranstaltung ist laut Dekan Professor Dr. Lothar Budde,
die Schülerinnen und Schüler an die MINT-Berufe (Mathematik, Informatik,
Naturwissenschaft und Technik) heranzuführen. „Durch Projekte aus
Studium und Praxis können hier Hemmschwellen abgebaut werden.“ Zudem
verdeutliche die Beteiligung von 13 Partnerunternehmen den engen Kontakt
des Fachbereichs zur Industrie.

Jonas Kneuper, Thorsten Drees und Phillip Holtkötter vom Lippe
Berufskolleg Lippstadt schauen sich die Labore des Fachbereichs an. „Wir
haben schon eine Ausbildung abgeschlossen und wollen nach dem Fachabitur
Elektrotechnik studieren“, sagt Jonas Kneuper. Ihr Interesse weckt
folglich das Labor von Harald Koch, wissenschaftlicher Mitarbeiter im
Fach Automatisierungstechnik. Auf dem Tisch steht das Modell einer
Fabrikanlage mit Hochlager, Paletten und Transportbändern. Über einen
Computer steuert Harald Koch das System. „Ich lege fest, welche Palette
der Hebekrahn aus dem Regal holen soll. Über Sensoren werden die
Transportbänder aktiviert“, erklärt er. Die Programmierung der
Mini-Fabrik war Aufgabe von Studierenden der Elektrotechnik. „Was hier
im Studium trainiert wird, findet man heute in der gesamten
automatischen Fertigung. Die Automobilindustrie läuft nur über solche
Systeme“, so Harald Koch.

In der Haupthalle sorgt die Umfallmaschine für Andrang. Die
Schülerinnen und Schüler fixieren dabei die Punkte auf einer
rotierenden Scheibe. Nach wenigen Sekunden verlieren sie das
Gleichgewicht und fallen zur Seite. Grund hierfür ist ein Irrtum des
Gehirns. Dieses schließt aus der sich bewegenden Umgebung darauf, dass
sich auch der Körper bewegt. Dieser steht aber still. Die Verwirrung der
Sinne ist perfekt! Solche Mitmach-Aktionen sind Hauptbestandteil von
„StudIuM Ready for Tec-off?“.

Mit dem neuen Konzept wird nach zwölf Jahren der „Energietag“ der FH
Bielefeld abgelöst. „Der Name hat nicht mehr gepasst, schließlich bieten
wir hier am Fachbereich ein viel breiteres Spektrum an Studiengängen an.
Das reicht von Mathematik über Produktentwicklung bis hin zur Apparative
Biotechnologie“, sagt Professor Budde. Angebote wie „Solarfiguren
bauen“, „Auf der Überholspur mit dem elektrischen Einrad“ oder
„Stabilität von Kunststoffen“ spiegelten diese Vielfalt wider.

Dem Gemenge in der Hochschule sind Saba Amjed, Sujitha Palesuvaran, Jan
Koch und Kristin Ostmann vom Gymnasium Heepen entflohen. Sie haben es
sich im Elektroauto „Mia“ bequem gemacht, das am Eingang steht. Dort
erfahren sie von Professor Dr. Jens Haubrock, dass Elektrofahrzeuge in
den kommenden Semestern Grundlage von Studienprojekten sein werden.
Studierende sollen untersuchen, wie sich der zunehmende Gebrauch von
Elektroautos auf die Belastung des Stromnetzes auswirkt. Mit solchen
Angeboten möchte der Fachbereich den Schülerinnen und Schülern zeigen,
mit welchen Praxisprojekten sie selbst sich in Zukunft beschäftigen
könnten, wenn sie sich für ein Studium an der FH Bielefeld
entscheiden.
Foto:
-Mehr als 750 Schülerinnen und Schüler hatten sich für „StudIuM“
angemeldet.
Fotograf: Klaus Freisberg