„Baustelle Schulische Inklusion“ im Berufskolleg in Schloß Neuhaus

Foto: Kreis Paderborn

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Kreis Paderborn (krpb). Die Baustelle Inklusion in der Paderborner Schullandschaft ist errichtet. Die Planung befindet sich noch in den Kinderschuhen. Das Fundament muss gesetzt, die richtigen Handwerker ausgebildet und / oder ausgesucht werden. Wie macht man das? Wann soll der Bau fertig sein? Wie sichert man die Baustelle ab? Mit der Veranstaltung „Baustelle Schulische Inklusion“ am Dienstag, 4. Juni von 18 bis 20:30 Uhr im Berufskolleg in Schloß Neuhaus möchte der Kreis Paderborn dazu beitragen, möglichst alle Fragen zur Inklusion zu klären. Zwar ist der Begriff derzeit in aller Munde. Aber so richtig fassen können es die wenigsten. „Wir möchten Fachleute und Interessierte aus der Wissenschaft, den Kindergärten und Schulen und natürlich die Eltern zusammenbringen, um das Thema in all seinen Facetten zu beleuchten und vorhandene Ängste ansprechen“, erläutert Landrat Manfred Müller das Ziel der Veranstaltung. Bereits die mögliche Zeitschiene erfülle viele mit Sorge: Wie schnell soll die Inklusion umgesetzt werden? Und:  Wie sieht die Zukunft  der Förderschulen  aus? Deshalb wird es nach einer Reihe von Vorträgen aus Wissenschaft und Praxis auch eine breite, öffentliche Podiumsdiskussion unter Moderation von Stefani Josephs von Radio Hochstift geben. Angesprochen sind Eltern, Lehrerinnen und Lehrer, Schülerinnen und Schüler, Entscheidungsträger aus Politik und Verwaltung sowie alle interessierten Bürgerinnen und Bürger.

Was eigentlich ist Inklusion? Der Begriff leitet sich vom lateinischen Verb „includere“ ab und bedeutet „beinhalten, einschließen“ und meint die Wertschätzung der Vielfalt. Inklusion ist also eine Haltung, in der als selbstverständlich angesehen wird, dass Menschen, gleich welcher Hautfarbe, Religion, Begabung, Geschlecht etc., in allen Bereichen der Gesellschaft teilnehmen können. Ziel der Inklusion im schulischen Bereich ist die Verbesserung der Bildungs- und damit Lebenschancen aller Kinder und Jugendlichen.

Dazu müssen die Schulgesetze geändert werden. Die konkrete Ausgestaltung vor Ort ist Aufgabe der Kommunen in ihrer Verantwortung als Schulträger. „Im Kreis Paderborn sind wir auf einem guten Weg. Wir haben Fördermittel eingeworben und verfügen schon über Fachpersonal“, erläutert Hans-Josef Schäfers, Leiter des Amtes für Schule der Paderborner Kreisverwaltung. Gleichwohl ist den verantwortlichen Planern der schulischen Landschaft bewusst, dass die „Inklusion“ bei vielen Eltern Fragezeichen aufwirft und Besorgnis hervorruft. Auch die Pädagogen selbst diskutieren zum Teil kontrovers, wie der beste Weg dahin aussehen könnte.

„Deshalb lassen wir im ersten Teil der Veranstaltung viele Fachleute zu Wort kommen. In der sich anschließenden öffentliche Podiumsdiskussion besteht Gelegenheit, alles anzusprechen, was unter den Nägeln brennt“, bekräftigt Müller, der die Veranstaltung am Dienstag, 4. Juni, um 18 Uhr im Berufskolleg in Schloß Neuhaus eröffnen wird.

Um 18:10 Uhr referiert Professor Dr. Hans Wocken aus Hamburg über „Schulische Inklusion“. Der Beauftragte der Landesregierung NRW für die Belange der Menschen mit Behinderungen, Norbert Killewald, wird um 18:35 Uhr die Position des Landes darlegen. Wie Inklusion vor Ort aussehen könnte, ist das Thema von Ingrid Dreyer vom Schulamt für den Kreis Paderborn. Ab 19:10 Uhr folgen etwa fünfminütige Impulsreferate: Hans-Jürgen Wessels, Bürgermeister der Gemeinde Altenbeken, Sonderpädagoge und Schulleiter Josef Köjer, Schulpflegschaftsvorsitzender Markus Gülle als Elternvertreter sowie Siegfried Schröder, Ombudsmann für geistig schwerst- und mehrfach behinderte Menschen, werden ihre jeweiligen Sichtweisen einbringen. Ab 19.30 Uhr ist eine etwa einstündige Podiumsdiskussion mit Fragen aus dem Publikum vorgesehen.

Aus organisatorischen Gründen wird um Anmeldung gebeten unter www.kreis-paderborn.de/baustelle-inklusion. Die Teilnahme ist kostenlos. Infos im Internet:www.kreis-paderborn.de.

Ausblick: Die Informationsveranstaltung am 4. Juni ist als Auftakt zu verstehen mit dem Ziel, alle Facetten des Themas zu beleuchten. Danach geht es in die zweite Runde: Der Kreis Paderborn möchte das Thema auf eine breite Basis stellen und möglichst alle gesellschaftlichen Gruppierungen bei der Gestaltung einer inklusiven Bildungsregion mit einbeziehen. Auf Einladung von Landrat Manfred Müller werden am 20. Und 21. Juni  rund 300 Vertreterinnen und Vertreter von Kindergärten, Schulen und anderen Bildungseinrichtungen, von Wohlfahrtsverbänden, Behinderteneinrichtungen, Selbsthilfeorganisationen, der Agentur für Arbeit, Unternehmen sowie Fachleute der Ämter der Paderborner Kreisverwaltung und der Kommunalpolitik im Hansesaal des Schützenhofs Paderborn ein Leitbild zur inklusiven Bildung erarbeiten. Interessierte Eltern sind herzlich eingeladen, daran mitzuwirken. Weitere Infos folgen.