Bauhaus in deiner Nähe – Licht, Glas und Leuchten

Westfalen. Am 31. März wird die Uhr wieder eine Stunde auf die Sommerzeit vorgestellt. Für die einen ein Segen, für die anderen ein Fluch. Für das Bauhaus, die weltberühmte Schule für Architektur und Design, hatte „Licht“ eine besondere Bedeutung: Bauhaus-Künstler nutzten die Wirkung und Kraft des Naturphänomens auf vielfältige Weise, der Architektur und der Wirkung von Licht und Transparenz galt ein besonderes Augenmerk. 

 

Deckenbeleuchtung aus einem Katalog des Jenaer Glaswerks Schott & Gen, unter anderem mit Leuchten von Wilhelm Wagenfeld, 1930-32. Foto: Schott Archiv

Deckenbeleuchtung aus einem Katalog des Jenaer Glaswerks Schott & Gen, unter anderem mit Leuchten von Wilhelm Wagenfeld, 1930-32. Foto: Schott Archiv

Vor allem László Moholy-Nagy, Maler, Fotograf, Bühnenbildner und Lehrer am Bauhaus bis 1928, interessierte der Facettenreichtum des Lichts. Sein Licht-Raum-Modulator aus den 1920er Jahren brachte Wechselwirkungen von Licht und Bewegung in die Form eines kinetischen Apparats.

Die Forderung des Bauhauses nach einer Symbiose von Kunst und Technik traf auf die Elektrifizierung der Haushalte in den 1920er und 1930er Jahren, die die rasante Verbreitung von elektrischen Lichtquellen beförderte.

So entstand aus der Korrespondenz von Elektrotechnik, innovativer Glastechnologie und den Maximen des Bauhauses ein neues, die Epoche prägendes Industrieprodukt: die moderne Leuchte. Licht und Beleuchtung übernehmen seitdem in einer ganz neuen Qualität eine entscheidende Rolle in der Gestaltung von Räumen.

In der von Moholy-Nagy am Bauhaus geleiteten Metallwerkstatt entstanden innovative Modelle aus neuen Materialien. Eine Ikone des Designs wurde 1924 von Wilhelm Wagenfeld entworfen: eine Tischleuchte mit einer Kuppel aus Jenaer Glas, bis heute als „Bauhaus-Leuchte“ bekannt.
Wagenfeld entwarf für die Bau- und Wohnungskunst Weimar GmbH bis 1930/31 ein Sortiment von Leuchten-Typen für verschiedene Funktionen. Seine Konzepte zu Typisierung, Standardisierung und Serientauglichkeit von Licht und Leuchten sind die großen Beiträge Wilhelm Wagenfelds für das Industriedesign der Moderne.

Mit „Leuchten der Moderne. Glasproduktion im Licht des Bauhauses“ zum 100. Geburtstag des Bauhauses, präsentiert der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) vom noch bis zum 25. August im LWL-Industriemuseum Glashütte Gernheim in Petershagen (Kreis Minden-Lübbecke) eine Sonderausstellung zur Produktgestaltung und Industriedesign des frühen 20. Jahrhunderts. Die Ausstellung schlägt den Bogen vom hitzebeständigen Glas über das Industriedesign des Art Déco, die Konzepte des Bauhauses und Wilhelm Wagenfelds Entwürfen bis zu den Formen der sogenannten „Neuen Sachlichkeit“.

Exklusiv für die Präsentation im LWL-Industriemuseum haben fünf Designer der Gegenwart Neuinterpretationen einiger Wagenfeld-Leuchten entwickelt und zeigen damit die Relevanz der Leuchten-Gestaltung für die Gegenwart.

Hintergrund
Am 16. Januar eröffnete Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in der Berliner Akademie der Künste die Feierlichkeiten zum einhundertjährigen Jubiläum des Bauhauses.
Die Reihe „bauhaus in deiner nähe“ zeigt, wie die Bauhaus-Idee auch NRW ihren Stempel aufdrückte und welche vielfältigen und lebendigen Spuren und Zeugnisse dieser weltberühmten Schule für Architektur und Design in Nordrhein-Westfalen zu finden sind.
Das 100-jährige Bauhaus-Jubiläum ist ein bundesweites Kulturereignis mit internationaler Strahlkraft. Für Nordrhein-Westfalen hat das Ministerium für Kultur und Wissenschaft gemeinsam mit den Landschaftsverbänden Rheinland (LVR) und Westfalen-Lippe (LWL) die Projektkoordination für „100 jahre bauhaus im westen“ übernommen. Schirmherrin des Projekts ist Kultur- und Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen.

Weitere Infos unter http://www.bauhaus100-im-westen.de

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