Automatische Kassentresore

Paderborn. Die Bundesbank hat drei Modelle der Automatischen Kassentresore (AKT) mit Cash Recycling-Funktion von Wincor Nixdorf für den Betrieb als kundenbedienten Ein- und Auszahlungsautomaten freigegeben. Die Systeme – vom CINEO C6030 und C6040 bis zum C6050 – entsprechen damit den Anforderungen der Europäischen Zentralbank gemäß EZB-Framework. Dadurch können Kunden erstmals Banknoten nicht nur direkt dem AKT entnehmen, sondern auch selbst in das System eingeben. Damit sind die Voraussetzungen für den Einsatz dieser Systeme in Zweigstellen, in denen die Belegschaft zeitweise auf bis zu einen Mitarbeiter reduziert werden kann (PLUS Filialen), geschaffen.

Die hohen Kosten der Bargeldbearbeitung, mehr aber noch der Wunsch, den persönlichen Kontakt zum Kunden zu intensivieren, haben dem automatischen Kassentresor (AKT) in den letzten Jahren eine ungeahnte Renaissance beschert – vornehmlich in der Recyclingvariante. Bereits das mitarbeiterbediente Auszahlungskonzept hat zu einem höheren Sicherheitsstandard in den Geschäftsstellen geführt. Außerdem verschlanken sich damit die Abläufe; Differenzklärungen und manuelle Falschgelderkennung sind praktisch nicht mehr erforderlich.

Die Zulassung der EZB-konformen automatischen Kassentresore von Wincor Nixdorf als kundenbediente Banknotenautomaten (KBA) durch die Bundesbank hat jetzt zu einer deutlichen Verbreiterung des Funktionsspektrums geführt. Dadurch eröffnet sich zudem die Möglichkeit, völlig neue Filialformate zu entwickeln. Diese modernen Versionen eines KBA bilden das Kernelement für operativ kleine und effiziente Filialtypen, die sonst aufgrund der hohen Personalkosten unter betriebswirtschaftlichen Aspekten nicht zu betreiben wären. Gerade die Klein(st)filiale aber erreicht bei Kundenzufriedenheitsstudien Spitzenwerte, dank ihrer überschaubaren und dezentralen Struktur. Allerdings: Erst durch die Entlastung des Personals von Routineaufgaben werden Freiräume für persönliche Ansprache, individuelle Beratung und kompetente Betreuung geschaffen.

Die EZB-gerechte Banknotenbehandlung, also im Wesentlichen die Prüfung auf Echtheit und Umlauffähigkeit und die damit verbundenen Prozesse, erlaubt es, dass der Kunde selbst Ein- und Auszahlungen anstößt. Dafür werden die Automatischen Kassentresore zum Kunden hin gedreht, damit der Kunde seine Transaktionen optional via Touchscreen auf dem System starten und durch die Geldentnahme beenden kann. Die Daten werden dann zur abschließenden Bearbeitung an den Servicemitarbeiter weitergeleitet. Der kann auf diese Weise mehrere AKT-Plätze betreuen, ohne selbst beispielsweise bei einer Einzahlung zwingend einzugreifen.

Mit dem Konzept der kundenbedienten CINEO-AKT lassen sich nach Berechnungen von Wincor Nixdorf nicht nur signifikante Einsparungen bei den Prozesskosten erzielen. Zum Tragen kommen zudem, wenn auch derzeit im geringeren Maße, Zinsvorteile durch niedrigere Bargeldvorräte sowie weniger Werttransportkosten. Der größte Vorteil liegt jedoch darin, dass die vertriebliche Ausrichtung der Geschäftsstelle durch den Übergang von der Abwicklungsfiliale zur Beratungsfiliale unabhängig von der Filialgröße unterstützt wird.

Denn die Ausgabe und Annahme von Banknoten mit automatischen Kassentresoren entspricht auch den Vorgaben für den Einsatz von kundenbedienter Bankautomaten in PLUS-Filialen, da sie im Einklang mit den entsprechenden UVV-Kassen-Richtlinien steht. Das heißt: Die Abwicklung von Bargeldtransaktionen nach dem Vier-Augen-Prinzip unter Mitwirkung des Kunden mit Hilfe von biometrischen Merkmalen, Passwort oder Debitkarte, sofern in der Filiale nur ein Mitarbeiter in bargeldrelevante Transaktionen involviert ist, wird möglich.