Ausstellungseröffnung FairFlowers: Auch eine Blume kann fair sein

Pfarrer Marco Beuermann betonte für die Steuerungsgruppe vor dem Forum, dass die Verbraucher über fairen Handel selbst an einer gerechteren Welt mitwirken könnten. Foto: Stadt Rheda-Wiedenbrück

Pfarrer Marco Beuermann betonte für die Steuerungsgruppe vor dem Forum, dass die Verbraucher über fairen Handel selbst an einer gerechteren Welt mitwirken könnten. Foto: Stadt Rheda-Wiedenbrück

Rheda-Wiedenbrück (pbm). „Lasst Blumen sprechen“, so lautet ein Sprichwort. Blumen sind immer passend um Glückwünsche zu überbringen, für Genesungsbesuche oder gar einen Heiratsantrag, meinte Bürgermeister Theo Mettenborg am Dienstagabend bei der Ausstellungseröffnung „Fair Flowers – Mit Blumen für Menschenrechte“ im Foyer des Rathauses. „Doch wenn gerade Rosen sprechen könnten, dann würden sie uns von einer weiten Reise berichten, von unmenschlichen Arbeitsbedingungen auf den großen Farmen und von viel zu viel Pflanzenschutzmittel, damit sie auch bis zum Endverbraucher perfekt aussehen“, meinte er. Nur jede fünfte Blume kommt aus Deutschland. 80 Prozent werden importiert aus Ländern wie Kenia, Ecuador, Kolumbien, Simbabwe oder Tansania. In der Wanderausstellung von Vamos e.V. aus Münster werden die Arbeitsbedingungen der überwiegend weiblichen Beschäftigten sehr deutlich. Wenig Lohn, keine festen Arbeitsverträge, Arbeitszeiten von bis zu 16 Stunden täglich, hohe Belastungen durch Pflanzenschutzmittel sind nur einige Beispiele, wie die Menschen auf den großen Farmen dort ausgenutzt werden. Erschreckend fanden die Ausstellungsbesucher, dass das alles passiert, damit wir schöne Blumen auf dem Tisch haben. Durch die Ausstellungseröffnung führte Stefanie Neumann von Vamos e.V. Sie stellte die beiden Siegel „Flower Label Programm“ (FLP) und „Fairtrade“ vor und erklärte, was wir machen könnten, um diese Situation der Menschen in den armen Ländern zu ändern. Durch die persönliche Kaufentscheidung könne man schon eine ganze Menge tun, meinte Neumann. Viele Blumenhändler würden schon fair gehandelte Rosen einkaufen und diese Information auch an ihre Kunden weitergeben. Mal eben das günstige Sträußchen im Supermarkt mitnehmen: Das sollte man besser lassen, wenn es kein Fair-Trade-Siegel trägt. Einige Besucher meinten auch, dass man viel mehr saisonale und regionale Blumen kaufen und im Winter auch mal eine Topfblume als Tischschmuck verwenden könnte. Initiiert hat die Ausstellung die Steuerungsgruppe “Fairtrade-Town“ der Stadt Rheda-Wiedenbrück. Eine inzwischen reine Männergruppe, die von der hauptamtlichen Umweltberaterin der Stadt, Dorothee Kohlen geleitet wird. Pfarrer Marco Beuermann von der Steuerungsgruppe betonte, dass ‚Fair Flowers’ das jüngste Kind der Gruppe sei. Er hofft, dass sie es schaffen, ebenso wie beispielsweise beim „Emskaffee“, die Menschen für dieses wichtige Thema zu sensibilisieren. Rheda-Wiedenbrück ist seit einigen Jahren Fair-Trade-Town und gerade erst wurde das Siegel erneut bestätigt, weil alle Bedingungen dafür erfüllt sind. „Ich würde mir wünschen, dass wir einmal Hauptstadt des fairen Handelns werden“, meinte er. Musikalisch untermalt wurde die Eröffnungsfeier durch den Gitarristen William Lepp mit südamerikanischen, besinnlichen Liedern.

Begleitend zur Ausstellung, die noch bis zum 20. Mai im Foyer zu sehen ist, stehen am Donnerstag, 16. Mai, von 17 bis 18 Uhr Mitglieder der Steuerungsgruppe für Fragen zu Verfügung. Unterstützt haben die Ausstellung einige heimische Floristen, die fair gehandelte Rosen in ihrem Sortiment haben. Ferner findet am 17. Mai ein Kurs „Rosen malen“ im Bleichhäuschen mit Barbara Körkemeier statt. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist jedoch erforderlich bei Dorothee Kohlen, Tel. 963 234. Sie steht auch für weitere Infos zur Verfügung. Umwelt.rheda-wiedenbrueck@gt-net.de.