Ausstellung GIGANTEN nur noch bis 02.04. im Hangar21 in Detmold zu sehen

GIGANTEN_SkulpturenDetmold. Nur noch bis zum 02. April wird die laufende Ausstellung ‚Giganten‘ der Künstlerin Gabriele Stieghorst zu sehen sein. Die Vernissage wurde von der Detmolder Bürgermeisterin Frau Christ-Dore Richter und der Kultusministerin von NRW Frau Ute Schäfer eröffnet und als eine ungewöhnlich sinnliche zeitgenössische künstlerische Umsetzung des mittelalterlichen Meisterwerks von Dante Alighieri gefeiert.
Die Künstlerin Gabriele Stieghorst präsentiert anlässlich des 750. Geburtstags Dantes ihren monumental angelegten, aktuellen Werkzyklus mit Arbeiten, die sie inspiriert von der um 1312 in italienischer Sprache verfassten Dichtung der „Göttlichen Komödie“, geschaffen hat.
In den Medien der Malerei, Zeichnung, Skulptur, Fotografie sowie Video- und Lichtinstallation verbunden mit Tanz und Musik, inszeniert die Künstlerin den Hangar 21 als eine die Künste entgrenzende, poetische Jenseitsreise durch die mysthischen Welten der Hölle, des Fegefeuers und der Utopie des Paradieses.

Gigantisch ist nicht nur das geistesgeschichtliche Erbe des Mittelalter-Denkers und seiner Rezeption, sondern auch die monumentale Umsetzung, des an Brisanz ausgewiesen, hochaktuellen Stoffes der „Göttlichen Komödie“. Den spektakulären Raum, den der Hangar 21 dafür bietet, versteht die Künstlerin als virulente Produktionsstätte:

100 Zeichnungen und 100 Gemälde, präsentiert Gabriele Stieghorst, die sie zu den 100 Versen der gewaltigen Dichtung geschaffen hat. Sie sind auf der fast 2000qm umfassenden Ausstellungsfläche zu Bild-Installationen von je über 35qm arrangiert. Auch die über 30 gigantischen, zerklüftet, massigen Skulpturen-Leiber aus Gips sind monumental von Überlebensgröße mit fast vier Metern Höhe. Sie können in ihrer schillernden Farbigkeit und schrundig, bewegten Oberfläche synonym für den Betrachter und seine wechselvolle Schicksalsreise verstanden werden. Ihre dramatische und räumliche Präsenz geben dem mittelalterlichen Text eine aktuelle Aussagekraft, die nicht nur theologische, philosophische und moralische Fragen aufwirft: Denn besonders drängende Relevanz hat der epische Stoff in der zwingenden Auseinandersetzung mit heutigen Glaubensfragen sowie gesellschaftlichen Themen zu Globalisierung, Migration und Transkulturalität mit ihren politischen und wirtschaftlichen Aspekten.

Der Hangar wurde in den 1930er Jahren als Halle des Fliegerhorst Hohenloh gebaut und während des 2. Weltkriegs als Flugzeughangar genutzt. Bereits ab der Expo 2000 war er Ausstellungsraum des Art Kite Museums.
Ausgestellt wurde darin eine weltweit einmalige Sammlung künstlerisch gestalteter Drachen. Die gezeigten Werke von Hundertwasser, Panamarenko, Niki de Saint Phalle, Jean Tinguely, Ilja Kabakow und anderen verbanden zeitgenössische Kunst mit der japanischen Tradition des Drachenbaus.

Kooperationen mit Bildungseinrichtungen soll diesen hochaktuellen Stoff der Weltliteratur in der Kunst Gabriele Stieghorsts auch Studenten und Schülern zugänglich machen.
(Dr. Heike Fuhlbrügge)