Auslandspraktikum Griechenland

Rheda-Wiedenbrück (pbm). Mit „Jassas“, dem griechischen Wort für „Hallo“, wird Roxana Wall in den nächsten Wochen wohl noch so manchen Kunden unbewusst in der Stadtbibliothek begrüßen. Die Auszubildende für Medien- und Informationsdienste im zweiten Ausbildungsjahr kommt gerade von einem achtwöchigen Auslandspraktikum aus Griechenland zurück. Sie hatte sich beim Leonardo Da Vinci Programm um ein Stipendium für ein Praktikum im europäischen Ausland beworben und bekam einen Zuschlag für Griechenland. Zusammen mit ihren Kolleginnen und Vorgesetzten setzte sie sich nun zusammen und hatte jede Menge zu erzählen.

Foto v. links: Ausbildungsleiterin Cornelia Gardner, Roxana Wall, Ausbilderin Angelika Vaughan, Bibliotheksleiterin Julia Bultmann, Ausbildungssachbearbeiterin der Stadtverwaltung Wilma Wedeking.

„Es war spannend, eine für mich völlig neue Kultur und auch die Arbeitsweise der Griechen, die sich deutlich von unserer abhebt, kennen zu lernen“, erzählt die 21-Jährige. Strukturen seien dort völlig anders, es gäbe keine richtigen Ausbildungspläne und das Arbeiten sei längst nicht so organisiert und aufgeräumt wie bei uns. „Siga, siga- immer mit der Ruhe“, lautet die Devise auf Kreta, erzählt Roxana Wall weiter. Diese Gelassenheit hätte sie erst einmal lernen müssen. Spannend sei auch der kleine Sprachkurs gewesen, denn anfangs verzweifelten die Praktikanten aus Deutschland schon beim Anblick des Alphabetes. Schnell seien sie jedoch hinter die „Hieroglyphen“ gekommen und lernten Griechisch zu lesen und zu schreiben. Selbst kleine Gespräche konnten sie schnell untereinander führen. In der Unibibliothek hat Roxana hauptsächlich katalogisiert. Viele alte Bücher bekam sie in die Hand, die zum Teil sehr wertvoll sind. Die eigenwillige Ordnung in den Bücherregalen hätte sie zunächst verwirrt und auch das gelegentliche Chaos, doch nach und nach sei sie damit gut klar gekommen, weil sie merkte, dass auch so ein System irgendwie funktioniert. Neben ihrer Arbeit in der großen Bibliothek konnte die Rheda-Wiedebrückerin auch viel über die Insel erfahren, unternahm Ausflüge und lernte Einheimische mit ihrer unglaublich großzügigen Gastfreundschaft kennen.

Aber auch Menschen verschiedenster Nationalitäten waren dabei. In der Zeit auf Kreta hätte sie ihre Ansprüche deutlich heruntergesetzt und sei ein Stück erwachsener geworden, ist sich die junge Auszubildende sicher. Obwohl es dem griechischen Volk finanziell derzeit nicht besonders gut geht, sei sie durchweg auf nette, freundliche und sehr zuvorkommende Menschen getroffen. Niemand würde die wirtschaftliche Situation persönlich nehmen oder den Deutschen argwöhnisch gegenüber treten. Für Bibliotheksleiterin Julia Bultmann war es wichtig, dass die Auszubildende die Chance genutzt hat und ein Stück von der Welt genauer kennen lernen durfte.

Foto: Stadt Rheda-Wiedenbrück