AusBildug wird was!

Spätstarter-Azubi_Marius_Stutzki Marius Stutzki weiß genau, warum er sich traut: Der 26-Jährige aus Langenberg (Kreis Gütersloh) startet seit August als „Spätstarter“ beruflich durch. Er absolviert seine erste Berufsausbildung, um in Zukunft einen festen Job zu bekommen, für mehr Gehalt und die Tatsache, dass er sich künftig, aufgrund immer wieder wechselnder Arbeitgeber, nicht mehr so häufig arbeitslos melden muss. Fast sieben Jahre lang arbeitete Stutzki nach seinem Schulabschluss als Hilfskraft. Vom Gabelstaplerfahrer, zum Verpacker und Kommissionierer, bis hin zum Helfer in der Elektro- und Metallbranche.

Mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung als Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik, soll damit jetzt Schluss sein: „In dreieinhalb Jahren wird Marius Stutzki mit seiner bestandenen Abschlussprüfung zu den heute schon gefragten Fachkräften gehören und sicher einen passenden Arbeitsplatz finden“, sagt Jobst Hilker, Geschäftsführer in der Bielefelder Agentur für Arbeit. Schön, dass ihm der Langenberger Unternehmer Manfred Kriedemann die Chance gegeben hat, die Ausbildung in der Firma Paul Plitzko e.K. zu absolvieren“, dankt Hilker dem engagierten Firmenchef.

„Ich freue mich, dass ich diesen Ausbildungsplatz bekommen habe. Mit jahrelanger Berufserfahrung, aber ohne Ausbildung, blieben mir einige Jobs verwehrt. Die Unternehmen suchen Fachkräfte und eine Berufsausbildung war somit oft Einstellungsvoraussetzung“, erklärt der Elektroniker-Azubi. Mit den jüngeren Mitschülern in der Berufsschule habe er keine Probleme. Klar sei die Ausbildungsvergütung weniger als der Lohn, den er vorher zur Verfügung hatte, doch die Verdienstmöglichkeiten als Fachkraft seien umso besser.  „Und das Wichtigste: Die Arbeit gefällt mir. Bevor ich mit der Ausbildung begonnen habe, ermöglichte mir die Arbeitsagentur Praktikumszeiten in verschiedenen Unternehmen. Dort konnte ich genau testen, was ich mir zutraue. Vor allem konnte ich aber meinem künftigen Chef zeigen, was in mir steckt und wie motiviert ich mit meiner bisherigen Berufs- und Lebenserfahrung bin, nun doch noch eine Ausbildung beginnen zu wollen“, sagt Stutzki.

Für Agentur-Geschäftsführer Hilker eine runde Sache: „Junge Erwachsene ohne Ausbildung rücken, aufgrund der demografischen Entwicklung und dem damit verbundenen Bedarf an qualifizierten Arbeitnehmern, verstärkt in den Blickpunkt unserer Arbeit. Mit der im Frühjahr 2013 gestarteten Initiative „AusBildung wird was – Spätstarter gesucht“ werben und motivieren die Agenturen für Arbeit und die Jobcenter junge Erwachsene zur Erstausbildung.“ Ziel sei es bundesweit 100.000 jungen Menschen, zwischen 25 und 35 Jahren und ohne Berufsausbildung, eine zweite Chance auf dem Ausbildungsmarkt zu geben. „Auch im Bezirk der Agentur für Arbeit Bielefeld läuft die Initiative. Marius Stutzki ist einer von insgesamt rund 70 Spätstartern, die den diesjährigen Ausbildungsstart für ihre persönliche Zukunft nutzen. Hilker weiß, wenn diesen jungen Leuten ein Erwerbsleben von 30 bis 40 Jahren noch bevorsteht und die Wirtschaft händeringend nach Fachkräften sucht, ist es nie zu spät etwas Neues zu erlernen. Und Spätstarter-Azubi Marius Stutzki sowie Arbeitgeber Manfred Kriedemann bestätigen ihm gerne, dass man dazu auch niemals zu alt sein kann.

Junge Erwachsene, die sich für eine Ausbildung interessieren, können sich unter der kostenfreien Service-Rufnummer 0800 – 4 5555 00an ihre Agentur für Arbeit wenden und einen Beratungstermin vereinbaren. Arbeitgeber erhalten weitere Informationen durch den Arbeitgeber-Service der örtlichen Agentur für Arbeit unter der gebührenfreien Service-Rufnummer 0800 – 4 5555 20.

BU: Foto: Herford.