Auf den Spuren von Martin Luther

Geschichte wiederbelebt: Theologe und Historiker Michael Kotsch führt die Lehrerschaft durch das Lutherhaus in Wittenberg. Foto: Christlicher Schulverein Lippe e. V.

Detmold. Etwa 100 Lehrer der August-Hermann-Francke-Schulen in Detmold und Lemgo besichtigen als Fortbildung an zwei Tagen die Lutherstädte Wittenberg und Eisleben. Begleitet wurden sie vom Theologen und Kirchenhistoriker Michael Kotsch, der selbst als Vater Kinder an den AHF-Schulen hat. Kotsch verstand es mit Sachverstand und Humor Leben und Wirken des Reformators Dr. Martin Luther zu erklären. Sich auf eine wichtige und prägende Persönlichkeit in der Umsetzung evangelischer Aussagen in allen Schichten und Bereichen menschlichen Lebens einzulassen und an diesen aufrichtigen Kampf Luthers für das Christentum anzuknüpfen, war ein guter Impuls für das Schuljahr.

Rosemarie Wienss hebt auch den positiven Nebeneffekt der Bildungsreise hervor: „Dem qualitativ sehr guten und intensiven Inhalt der zwei Tage stand eine entspannten Pflege von Gesprächen und Gemeinschaft mit anderen Kollegen nicht im Weg.“

Am 31.10.1517 hatte Martin Luther an der Kirchentür der Schlosskirche seine 95 Thesen „Wider des Missbrauchs des Ablasshandels“ angeheftet, um zur Disputation über den Zustand der Kirche aufzufordern. Damit begann die Reformation. Es beeindruckte die Lehrergruppe die Wirkungsstätten des Theologieprofessors zu erleben, von denen eine große Strahlkraft über ganz Europa ausging. Die Luthergedenkstätten in Wittenberg wurden 1996 von der UNESCO als Kulturerbe der Menschheit anerkannt, da sie einen bedeutenden Abschnitt in der menschlichen Geschichte repräsentieren und als authentische Schauplätze der Reformation von außergewöhnlicher universeller Bedeutung seien. Als Schulträger unterstützt der Christliche Schulverein Lippe Fortbildungen dieser Art. Letztes Jahr waren die Lehrer auf den Spuren von August Hermann Francke in Halle an der Saale. „Bei diesen Fahrten geht es uns darum, dass von herausragenden Persönlichkeiten der Kirchengeschichte Impulse für das Arbeiten an der Schule aufgegriffen werden. Natürlich spielt der Gemeinschaftsaspekt auch eine besondere Rolle bei der Fahrt.“, so Peter Dück als Geschäftsführer des Schulträgers.