Auf den Spuren der Vergangenheit

Kreis Paderborn (krpb). Besucher der Wewelsburg können am kommenden Sonntag, den 26. August  die Dauerausstellung „Ideologie und Terror der SS“ kennenlernen. Die öffentliche Führung startet um 15 Uhr. Treffpunkt ist das Eingangsfoyer im ehemaligen Wachgebäude.Anfang des 17. Jahrhunderts ließ der Paderborner Fürstbischof Dietrich von Fürstenberg die Wewelsburg als Renaissance-Schloss in einer dreischenkligen Form errichten. Drei Jahrhunderte später sollte unter dem Reichsführer der SS, Heinrich Himmler, aus dem maroden fürstbischöflichen Schloss eine „deutsche Burg“ entstehen. Mit dem Ziel, sie zu einem Versammlungszentrum seiner Organisation umzubauen, hatte Himmler sie gepachtet. Während des Krieges wuchsen die architektonischen Pläne für Wewelsburg ins Gigantische.

Die Hauptansicht des Renaissance-Schlosses sollte sich nach den Plänen der SS von der Zufahrt und Brücke aus erschließen. 1934 ließ die SS deshalb die halb verschüttete und zugewachsene „Gräfte“ in der ursprünglichen Tiefe wieder herstellen. Außerdem wurde der Außenputz von den Mauern der Wewelsburg abgeschlagen, so dass der Bruchstein zum Vorschein kam. Die Arbeiten für die SS wurden bis 1938 im Wesentlichen von Angehörigen des Reichsarbeitsdienstes durchgeführt.

Um genug Arbeitskräfte für den Ausbau zu bekommen, errichtete die SS später in unmittelbarer Nachbarschaft des Dorfes das KZ Niederhagen.

Spuren der Vergangenheit sind noch heute an den Burgmauern sichtbar. Eine schwarze Teerlinie ist unter der Torzufahrt erkennbar. An dieser Stelle befanden sich Baracken, in denen die Häftlinge beim Umbau des Nordturms arbeiten mussten. Die mit Dachpappe belegten Baracken wurden mit Teerfarbe gestrichen.

Das Gesteinsmaterial für den Ausbau des Nordturms mussten die Häftlinge aus dem Steinbruch unterhalb der Burg gewinnen. Unterernährt und unter ständiger Bedrohung durch die Wachmannschaften mussten sie die Steine oftmals im Laufschritt auf Loren den Berg heraufschleppen.

Entgelt für die Führung: Erwachsene 3 Euro, ermäßigt 1,50 Euro 
Infos im Internet: www.wewelsburg.de.

Foto: Jürgen Riedel