Arbeitsmarktgespräch

v.l. Lena Strothmann und Thomas Richter. Foto: Agentur für Arbeit Bielefeld

Bielefeld. Am 29. August trafen sich Lena Strothmann, Präsidentin der Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld und Bundestagsabgeordnete der CDU und Thomas Richter, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bielefeld, zu einem Arbeitsmarktgespräch in der Agentur für Arbeit Bielefeld. Sie erörterten hierbei die aktuelle Situation auf dem Arbeitsmarkt im Agenturbezirk.

Die Arbeitslosigkeit liegt weiterhin unverändert unter Vorkrisenstand, die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt ist zwar nicht so positiv wie im Vorjahr, jedoch weiterhin auf einem guten Niveau. Auch die Unterbeschäftigungsquote ist gesunken. So führte Thomas Richter in das Gespräch ein. Frau Strothmann äußerte sich zum Arbeitsmarkt in OWL. Dieser ist gerade im Handwerk gut. Das Handwerk hat goldenen Boden der trägt, so Strothmann. Das konjunkturelle Tempo wird langsam ruhiger, die Handwerksbetriebe sehe jedoch positiv auf die künftigen Entwicklungen.

Einig waren sich beide, wichtige Indikatoren für den Arbeitsmarkt sind das Kurzarbeitergeld, anzeigepflichtige Kündigungen (beispielsweise Massenentlassungen) und das Insolvenzgeld. Diese würden die Richtung weisen. Derzeit ist in Bielefeld noch kein negativer Trend zu beobachten. Insbesondere der Faktor, dass die Unterbeschäftigung zurückgehe spreche eher eine positive Sprache, so Richter. Die Arbeitslosigkeit ist im August sogar bereits leicht, um 0,4 Prozent, auf 24 712 gesunken. Die Arbeitslosenquote liegt aktuell bei 7,0 Prozent im Agenturbezirk.

Derzeit ist der Arbeitsmarkt jedoch in einer Phase die schwer einzuschätzen ist, einerseits beobachte man, dass die Chancen in den Bereichen Metall, Bau und im Gesundheitsbereich gut seien, zum anderen sind die Chancen im Einzelhandel, Kfz-Bereich/Zulieferer und bei den Lagerarbeitern und ungelernten Kräfte zurückhaltender. In Gütersloh ist der Arbeitsmarkt derzeit zusätzlich in den kaufmännischen Bereichen gut. Zukunftsmärkte sind der Energiemarkt und der Gesundheitsmarkt.

Allgemein zögern Arbeitgeber länger bevor sie jemanden einstellen als noch vor einigen Monaten; Stellenstornierungen erfolgen häufiger. Vertragsverlängerungen werden auch sehr spät mitgeteilt. Jedoch auch positive Dinge weiß Richter zu berichten. Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist im August um 11,1 Prozent gestiegen, obwohl die Sommerferien erst Mitte des Monats endeten. Dies ist ein positives Zeichen, letztendlich ist es unumgänglich sich die Fachkräfte für morgen zu sichern. Auf der anderen Seite sind derzeit viele Fachkräfte gemeldet, insbesondere junge, aktuell ausgebildete Kräfte (beispielsweise in der Metallbearbeitung). Es wird davon ausgegangen, dass sich die Arbeitslosigkeit in diesem Sektor nach den Sommerferien wieder abbaut.

Abschließend konnte gesagt werden, dass der Arbeitsmarkt in Bielefeld robust ist. Er habe zwar in den letzten Monaten an positiver Dynamik verloren und es sollten weiterhin die Arbeitsmarktindikatoren im Blick behalten werden, ein negativer Trend sei jedoch derzeit nicht zu erkennen. In vielen Branchen werden derzeit Fachkräfte gesucht, insbesondere im ländlichen Raum. Gerade hier haben aktuell gemeldete Bewerber gute Chancen und sollten diese nutzen. Da waren sich Strothmann und Richter einig.