Altersgerechte Quartiersentwicklung in Büren

Thorsten Bölting vom Landesbüro „Altengerechte Quartiere NRW“, Bürgermeister Burkhard Schwuchow und Hans-Werner Kley, Vorsitzender der Bürgerhilfe Büren und Initiator der Veranstaltung. Foto: Stadt Büren

Thorsten Bölting vom Landesbüro „Altengerechte Quartiere NRW“, Bürgermeister Burkhard Schwuchow und Hans-Werner Kley, Vorsitzender der Bürgerhilfe Büren und Initiator der Veranstaltung. Foto: Stadt Büren

Büren. Die Bürener Bürgerhilfe  hat unter Vorsitz von Hans-Werner Kley einen Workshop zum Thema „Altersgerechte Quartiersentwicklung“ im neuen Bürgersaal organisiert. Fachleute haben den demografischen Wandel in Büren diskutiert und waren sich am Ende einig: Wir wollen die Herausforderungen des Wandels meistern und die Lebensqualität in Büren für junge ebenso wie für ältere Menschen steigern. 

„Wir sind gemeinsam hier, um uns Gedanken über die Veränderungen der Altersstruktur speziell in unserer Gesellschaft zu machen. Die Herausforderung, das Lebensumfeld so zu gestalten, dass sich junge sowie ältere Mitbürger hier wohl fühlen, kann nicht von Rat und Verwaltung allein angenommen werden, die Gesellschaft muss hier aktiv miteinbezogen werden“, begrüßt Bürgermeister Burkhard Schwuchow die Anwesenden. „Ich bin froh, dass es hier in Büren schon viele gute Beispiele, wie die Bürgerstiftung, den Notarztträgerverein, die Mauritius Senioren Wohngemeinschaft oder den Lieferservice des Marktkaufes und natürlich die Bürgerhilfe gibt, auf die wir für diesen Prozess dankend zurückgreifen können“, führt er weiter aus.

Als Gastredner konnte Thorsten Bölting vom Landesbüro „Altengerechte Quartiere NRW“ begrüßt werden. „Im Auftrag des Ministeriums für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter ist ein Masterplan zur Altengerechten Quartiersentwicklung vom Landesbüro erstellt worden. Senioren sollten in ihrer gewohnten Umgebung alt werden können, um die Isolation zu vermeiden“, erklärt Bölting. Daher sei es wichtig, das ebensumfeld so zu gestalten, dass auch Ältere problemlos ihren Alltag meistern können. Ein weiteres Ziel des Masterplans sei es, das Bewusstsein in der Gesellschaft für diese Problematik zu schaffen und die Kommunen bei dem Paradigmenwechsel zu unterstützen, führt Bölting weiter aus.

Frau Degener, zuständige Abteilungsleiterin der Stadt Büren, erläuterte im Anschluss einige Statistiken zur Einwohnerentwicklung in Büren. Bis 2030 werde die Bürener Bevölkerung schrumpfen,  die Zahl der Senioren aber erheblich steigen.

„Dies zeigt, wie wichtig ein klar definiertes Lebensumfeld ist, um sich auch im Alter gut versorgen zu können und vor allem auch sicher zu fühlen“, schildert Bärbel Olfermann, Vorsitzende der Bürgerstiftung Büren, die durch den Workshop führte.

Im Anschluss klärte Monika Falk-Huber über die Mauritius Wohngemeinschaft in der Briloner Straße und Christoph Wagner, Fachbereichsleiter ambulante Dienste, über die verschiedenen Leistungen der Caritas auf.

Das Mauritius Wohnprojekt solle ein Leben wie in der Familie ermöglichen, privat aber eben nicht alleine und so der zunehmenden Vereinsamung entgegen wirken. Bei der Caritas seien das Essen auf Rädern und der Hausnotruf sehr wichtig. „Wenn es diese Leistungen nicht geben würde, könnten viele Menschen ihren Alltag zu Hause nicht mehr alleine bestreiten“, erklärt Wagner.

Die Bürgerhilfe Büren unterstütz beispielsweise ältere Menschen bei der Bewältigung des Alltags – Hilfe beim behördlichen Schriftverkehr, Fahr- und Haushaltsdienste oder Gartenarbeit. Vor gerade einem Jahr ins Leben gerufen, ist die Zahl der Mitglieder bereits von 17 auf 65 angestiegen.

Da sich die Aufgaben und Ziele der Bürgerhilfe mit denen des Masterplans decken, hatte deren Vorsitzender Hans-Werner Kley zu dieser Veranstaltung eingeladen.

Am Ende der Diskussionsrunde vereinbarten die Teilnehmer die Erstellung einer Projektplans mit festen Zielen und verbindlichen Zeitfenstern, um sich so gemeinsam den Herausforderungen des demografischen Wandels zu stellen.