Aktuelle Lage robust, Zuversicht gestiegen

Gütersloh. Die Konjunktur im Kreis Gütersloh läuft robust. Zu diesem Ergebnis kommt die Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld (IHK) in ihrer Frühjahrskonjunkturumfrage, an der sich im Kreis Gütersloh 412 Unternehmen mit 43.646 Beschäftigten aus Industrie, Handel und Dienstleistungen beteiligten. „Die heimische Wirtschaft im Kreis Gütersloh zeigt sich nach wie vor von der Krise in weiten Teilen Europas wenig beeindruckt. Die Zuversicht vieler Unternehmen ist sogar gegenüber dem Herbst gestiegen“, betonte IHK-Vizepräsident Dr. Markus Miele heute (27.02.2013) bei der Vorstellung der Ergebnisse.
Der Konjunkturklimaindikator, der die momentane Lageeinschätzung der Betriebe mit ihren Erwartungen in Relation setzt, ist für die gesamte Wirtschaft im Kreisgebiet gegenüber dem Herbst gestiegen, und zwar von 114 auf 119 Punkte. „Beim Blick darauf kann von Krise im Kreis Gütersloh nicht gesprochen werden“, berichtete Dr. Miele. Der Wert liege deutlich über der 100er-Linie, die die Grenze zwischen einer insgesamt positiven oder negativen Stimmung markiert.
In der Industrie bezeichneten 50 Prozent ihre aktuelle Geschäftslage als gut (Herbst: 43 Prozent), lediglich acht Prozent als schlecht (Herbst: 4 Prozent). Der IHK-Vizepräsident: „Die aktuellen Werte liegen bei den „gut“-Bewertungen über dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre, die „schlecht“-Bewertungen darunter.“ Die Erwartungen hätten sich ebenfalls gegenüber dem Herbst verbessert: 16 Prozent rechneten mit einer weiteren Verbesserung der Geschäftslage (Herbst: 10 Prozent), von einer Verschlechterung gingen 11 Prozent aus (Herbst: 19 Prozent). Nicht so positiv sei die Entwicklung der Erträge: 26 Prozent bezeichneten ihre Ertragslage als „gut“ (Herbst: 35 Prozent), als „schlecht“ beurteilten sie acht Prozent (Herbst: 5 Prozent). „Tariferhöhungen und die Energie- und Rohstoffpreise drücken auf die Margen der Unternehmen. Sicherlich wirkt sich hier auch aus, dass niedrigere Preise, die einige Zulieferer während der Krise gewähren mussten, seitdem noch nicht wieder entsprechend erhöht werden konnten. Gerade große Unternehmen aus dem Automobilbereich oder dem Handel verhandeln zudem hart mit ihren Lieferanten, was sich durchaus auf die Margen vieler Betriebe auswirkt“, unterstrich Dr. Miele.
Während sich im Großhandel, der konjunkturell unmittelbarer an der Industrie hänge, die Stimmung gegenüber dem Herbst etwas eingetrübt habe, sei sie im Einzelhandel besser geworden. Ihre Geschäftslage mit „gut“ bewerteten aktuell 39 Prozent (Herbst: 28 Prozent), wie im Herbst beurteilten 14 Prozent der Einzelhändler ihre Geschäftslage als „schlecht“.
Bei den Dienstleistern ist die Stimmung laut IHK-Umfrage weiterhin sehr gut: 39 Prozent der Unternehmen bewerten ihre momentane Geschäftslage als „gut“ (Herbst: 43 Prozent) und 14 Prozent als „schlecht“ (Herbst: 10 Prozent). Die Zuversicht hinsichtlich der nächsten zwölf Monate sei im Dienstleistungssektor gegenüber dem Herbst wieder angestiegen: 35 Prozent erwarteten eine verbesserte (Herbst: 29 Prozent), 15 Prozent rechneten mit einer ungünstigeren Geschäftslage (Herbst: 12 Prozent).
Nach Angaben von IHK-Geschäftsführer Dr. Christoph von der Heiden erwirtschafteten die Betriebe des Verarbeitenden Gewerbes mit mehr als 50 Beschäftigten im Kreis Gütersloh 2012 einen Umsatz von 17,2 Milliarden Euro, ein Plus von 6,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (Ostwestfalen: +3,2 Prozent, NRW: -2,3 Prozent, Bund: +0,5). Die Zahl der Industriebeschäftigten stieg 2012 um 2,6 Prozent auf durchschnittlich 47.963. Insgesamt wurden zum 30. Juni 2012 im Kreis Gütersloh 145.854 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte gezählt, 2,2 Prozent mehr als im Vorjahr.