Wildkrautbekämpfung: Auf Wegen und Plätzen darf nicht gespritzt werden!

Bild: Trotz Verbots werden auf manchen Gehwegen gefährliche umwelt- oder gesundheitsschädliche Unkrautvernichtungsmittel eingesetzt. Die Rückstände landen mit dem nächsten Regen schnell im Grundwasser oder der Kläranlage.

Rheda-Wiedenbrück (pbm). Nach den heißen Tagen und dem anschließenden Regen blüht und grünt es überall. Leider wächst auch auf befestigten Flächen wie Hof- und Garageneinfahrten, Terrassen oder Bür­ger­steigen so mancher Wildwuchs, der dort in den Fugen und Ritzen überhaupt nicht er­wünscht ist. Auf keinen Fall sollte man zur chemischen Keule greifen, um hier Abhilfe zu schaffen. Aus Rücksicht auf die Umwelt sollten Unkrautvernich­tungsmittel im Garten ohnehin nicht eingesetzt werden. Auf be­fes­tigten, versiegelten Wegen und Plätzen verbietet das Pflanzenschutzgesetz deren Anwendung ausdrücklich. Hierdurch sollen Boden, Grundwasser und Kläran­lage vor dem Eintrag der problematischen Wirkstoffe geschützt werden. Ein Verstoß kann mit einem Bußgeld geahndet werden.

Alternativen zum Einsatz von Chemikalien sind Fugenkratzer oder Stahlbesen. Bei Moosbe­wuchs ist ein Hochdruckreiniger sehr erfolgreich. Andere im Handel erhältliche Geräte sind Heiß­luft-, Infrarot- und Abflämmgeräte. Die Hitze­einwirkung zerstört die Blätter der Pflanzen. Die Wur­zeln wer­den aber, besonders bei tief wurzelnden Pflanzen, nicht vernichtet. Deshalb muss die Behandlung von Zeit zu Zeit wiederholt werden.

Bedauerlicher Weise werden Unkrautvernichtungsmittel im Handel gelegentlich verkauft, ohne die Käufer über das gesetzliche Verwendungsverbot auf befestigten Flächen zu infor­mieren. Das schützt die Anwender der Mittel jedoch nicht vor einem möglichen Bußgeld. Es gilt der Grundsatz „Unwissenheit schützt vor Strafe nicht!“. Hier ist sowohl auf Seiten des Handels als auch auf Seiten der Verbraucher ein kritischeres Verhalten erforderlich. Im Zweifel, besonders beim Einsatz umwelt- oder gesundheitsschädlicher Stoffe, ist es immer empfehlenswert, sich vorher schlau zu machen.

Informationen gibt es im Internet, bei der Landwirt­schaftskammer, Tel. 0251 2376914, oder bei den Umwelt- und Verbraucherberatun­gen. Bei der Stadt Rheda-Wiedenbrück steht Umweltberaterin Dorothee Kohlen für Fragen zur Verfü­gung, Tel. 963234, E-Mail: Dorothee.Kohlen@gt-net.de