Mehr feste Jobs nach Ausbildung in Gastronomie

Bielefeld/Herford. Gegen die Leere nach der Lehre: Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) will mehr Job-Sicherheit für Auszubildende in Ostwestfalen-Lippe. Nach Beobachtungen der NGG landet ein Großteil der Lehrlinge nach der Ausbildung in keiner oder nur in unsicherer Beschäftigung. Die Übernahme in ein reguläres Vollzeit-Arbeitsverhältnis sei in den Bäckereien und in der Gastronomie in OWL längst keine Selbstverständlichkeit.

„Viele Betriebe bieten ihren Azubis nach der Lehre keine sichere Perspektive. Statt sie fest in eine reguläre Vollzeitbeschäftigung zu übernehmen, werden Jugendliche nach der Lehre oftmals nicht weiterbeschäftigt. Oder sie werden nur in befristeten oder in Teilzeit-Jobs angestellt“, sagt Gaby Böhm, Geschäftsführerin der NGG Bielefeld-Herford. Die Arbeitslosenzahl der Jugendlichen in Ostwestfalen-Lippe spreche eine deutliche Sprache. So haben sich nach Angaben der NGG bei der Arbeitsagentur mehr als 130 Jugendliche unter 25 Jahren als Bäcker, Koch oder Restaurant-Fachkraft arbeitslos gemeldet.

Die NGG-Geschäftsführerin reagiert mit Kopfschütteln und Unverständnis: „Einerseits klagen die Arbeitgeber über Fachkräftemangel. Andererseits bieten sie Jugendlichen, die fertige Fachkräfte sind, eine ungewisse Zukunft. Das passt nicht zusammen. Es ist an der Zeit, dass Gastronomie-Chefs und Bäckermeister jetzt umdenken. Wer Azubis keine Perspektive für das spätere Berufsleben biete, brauche sich nicht zu wundern, wenn sich Jugendliche von vornherein gegen eine Lehre in der Gastronomie oder im Bäckerhandwerk entschieden.

Foto: NGG