Ausschreibungen für schnelles Internet gehen weiter

BreitbandLemgo. Viele Ortsteile in Lippe sind in den vergangenen Monaten dem schnellen Internet ein Stückchen näher gekommen. Vom Land gab’s Förderbescheide für den Breitbandausbau in den meisten unversorgten Orten. Ungefähr im Sommer 2014 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Und dennoch gibt es weiterhin einige weiße Flecken auf der lippischen Versorgungslandkarte.Das muss nicht sein, wissen Andre Gronemeier von der Stadt Detmold und Ulrich Stephanides vom Kreis Lippe als Projektverantwortliche. Um eine möglichst flächendeckende Breitbandversorgung in Lippe zu gewährleisten, sollten jetzt noch Bedarfe gemeldet werden.

Gründe für die noch lückenhafte Versorgung kann neben fehlenden Bedarfsmeldungen aus der Bevölkerung mangelndes Interesse der Netzbetreiber sein, da weite Wege zu wenigen Kunden einen wirtschaftlichen Betrieb nicht gestatten. „Teilweise werden aber auch Zuschüsse für Ausbaukosten gefordert, die jenseits von Gut und Böse sind“, wissen die beiden Breitband-Experten.

Aktuell läuft im Internet eine neue Ausschreibung für die Ortsteile Borkhausen, Cappel, Dalborn, Mossenberg-Wöhren, Sie-benhöfen, Freismissen, Betzen, Sibbentrup, Homeien, Vogtskamp, Blomenstein, Kükenbruch, Schönhagen, Wehren, Fromhausen, Lüerdissen und Helpup-Währentrup sowie für das Gewerbegebiet Sülterheide/Seelenkamp in Lage.

Nur geringe Hoffnung auf Förderbescheide haben die Verantwortlichen für Ortsteile wie z.B. Schönhagen, Kükenbruch, Borkhausen und Wehren, bei denen die Bedarfsmeldungen im niedrigen einstelligen Prozentbereich aller Haushalte liegen. Hier appellieren Gronemeier und Stephanides noch einmal an die Haushalte, ihren Bedarf anzumelden: „Ansonsten wird sich das Land hier nur schwerlich finanziell engagieren, selbst wenn gute Angebote der Netzbetreiber vorliegen sollten“, schätzen sie die Situation ein.

Vordrucke für die Bedarfserhebungen sind bei Andre Gronemeier und Ulrich Stephanides unter (0 52 31) 977-386 oder (0 52 31) 62-7050 erhältlich.

Infokasten:
Die Versorgung ländlicher Räume mit schnellem Internet ist vordringliche Aufgabe von Bund und Ländern. Die Kommunen müssen ihre unterversorgten Ortsteile in speziellen Portalen unter den Netzbetreibern ausschreiben, das wirtschaftlichste Angebot kommt zum Zuge. Die Technologie spielt keine Rolle – Funk, Kabel oder eine Mischung beider Wege sind möglich. Der Fördersatz in NRW beträgt regulär 75 Prozent der vom Netzbetreiber zu belegenden Wirtschaftlichkeitslücke. Kommunen in der Haushaltssicherung erhalten sogar 90 Prozent.

BU: Schnell ins Netz: Bedarfsmeldungen sind noch möglich. (Foto: Lemgo)