2. Bielefelder Catwalk

bielefelder_catwalk_2Bielefeld (lk). Licht aus. Musik an. Elektronische Beats hallen durch den Saal, Spannung liegt in der Luft. Alle fiebern dem ersten Model entgegen. Das Licht geht an – und es sind gleich Drei: Eine blonde Frau mit einem Baby auf dem Arm und einem Kleinkind an der Hand schweben über den Laufsteg – und eröffnen die Modenschau des 2. Bielefelder Catwalks.

In der Stadthalle Bielefeld wurden am 6. September acht Bielefelder Ateliers, sowie der Gewinner des Modepreises der Fachhochschule Bielefeld von der WEGE mbH präsentiert. Vor und nach dem Catwalk konnten sich die Besucher auf dem Modemarktplatz an 27 Ständen umschauen. So hatten sie die Möglichkeit, die auf der Schau gezeigten Ateliers persönlich kennen zu lernen.

Vera-Wiehe-Catwalk„Bielefeld als Modestandort“, laut Vera Wiehe, der Projektleiterin der WEGE mbH, das Motto des diesjährigen Catwalks. Bielefeld habe als alte Textilstadt sehr viel zu bieten, ist sich Wiehe sicher. Mit dem 2. Bielefelder Catwalk wolle man den Bielefelder Ateliers eine Präsentationsplattform bieten. Letztes Jahr sei die Veranstaltung so gut angekommen, dass man nun in die Stadthalle gewechselt sei. „Wir waren eine Woche vorher ausverkauft“, fügt Vera Wiehe hinzu. Auch dieses Jahr ist das Event mit ungefähr 650 Besuchern und 150 Akteuren ausverkauft.

Die Schau begann klein – genauer gesagt mit den Kleinsten: Glücksbringer brachte Mode für Kinder auf den Laufsteg, getragen von den niedlichsten Modellen. Diesem Atelier folgte die KATAG AG, tragbar, Rieth Couture, Andreas Stang – Gewinner des Modepreises der Fachhochschule Bielefeld, Maria Grefe, A Chapeau, Verena Unger und Puddingtown. DJ Leon El Ray sorgte für die musikalische Interpretation der Mode.

bielefelder_catwalk_1Passend zum Herbst und Winter dominierten vor allem gedeckte und dunklere Farben den Catwalk, die häufig durch Goldelemente veredelt wurden. Viele Kleidungsstücke waren mit Spitze überzogen. Der A-Linienförmige Mantel war auf dem 2. Bielefelder Catwalk wohl das beliebteste Kleidungsstück der Designer, ähnlich wie Midi- und Maxiröcke.

Auffällig war besonders die Gestaltung sowohl der Kleider als auch der Schau des Ateliers A Chapeau. Die Modelle trugen alte Reisekoffer auf denen der Namen des Ateliers in großen Lettern prankte. Die Männer eröffneten die Show von A Chapeau, indem sie sich in einer Reihe auf dem Laufsteg aufstellten. Es hatte den Anschein als würden sie auf den Zug warten – Zeitung lesend, telefonierend, sich unterhaltend. Dann begann der Walk. Bei diesem Bielefelder Atelier wurde mit Formen, Material und Proportionen gespielt: Die Frauen trugen lange Röcke, große Schultern – oftmals be-hütet. Samt und Lack dienten als Kontrast zu den gedeckten, edlen Stoffen. Die Schnitte erinnerten an die 40er Jahre – elegant, ohne langweilig zu wirken. Die Fliege wurde sowohl bei Frauen, als auch bei Männern eingesetzt. Die Herren waren darüber hinaus mit langem Mantel unterwegs. Samt wurde bei den Männern in die hinteren Hosenbeine eingenäht.

„Wir leben Mode“, strahlt die Designern Annette Musial. Sie entwirft mit ihrem Mann Sidrick Assala zusammen Mode für ihr Atelier A Chapeau. Das Label stehe für Vielfalt, Individualität und Unikate, erklärt die Designerin. A Chapeau orientiere sich an der Frau, ihrem Körper und ihrer Persönlichkeit, erklärt Annette Musial. Sie ließe sich nicht inspirieren, sondern entwickle gemeinsam mit ihrem Mann die Ideen für die neue Kollektion. „Wir haben gleichzeitig die gleichen Ideen“, erklärt sie. „Reisen sind dafür nicht nötig“, fügt Musial fröhlich hinzu.

Heike-Gehner-Geiselmann-Catwalk„Beim Catwalk gefällt mir das Publikum und die Atmosphäre“, erklärt Heike Gehner, Besucherin des Bielefelder Catwalk und Besitzerin des Friseursalons Brillant. Alles sei „tragbar“ gewesen, sie hätte alles kaufen können, so Gehner. Ihrer Freundin Sabine Geiselmann gefiel das Event im vergangenen Jahr besser: „Es war irgendwie lockerer bei dem 1. Bielefelder Catwalk“, sagt Geiselmann. „Vielleicht lag es aber auch daran, dass die Frühjahrskollektion gezeigt wurde“, fügt die Krankenschwester hinzu. Was den beiden Frauen nicht gefallen habe, sei die Kollektion von Andreas Stang gewesen. Sie hätten die Kollektion des Gewinners des Modepreises der FH Bielefeld mit dem Tod in Verbindung gebracht, besonders das letzte Stück habe sie an ein Totenbett erinnert, erklären Gehner und Geiselmann.

Der Student Andrej Maksjutow war vor Ort um seine Freundin zu unterstützen, die eine Lehre bei dem Atelier Puddingtown absolviert. Die Kollektion habe ihm auch am besten gefallen. „Die verschiedenen Farben mochte ich“, erklärt der 21-Jährige. An zweiter Stelle komme für ihn das Atelier A Chapeau.

Für alle die am 6. September nicht dabei sein konnten, gibt es einen Trost: Nächstes Jahr soll das Event noch größer werden. „Mein Ziel ist, dass wir nächstes Jahr die erste Bielefelder Modenacht präsentieren“, verrät Projektleiterin Vera Wiehe.

BU1: Puddingtown glänzte mit einem langem, glitzernden Abendkleid.
BU2: Vera Wiehe, Projektleiterin der WEGE mbH freut sich über den 2. Bielefelder Catwalk.
BU3: Andreas Stang präsentierte als Gewinner des Modepreises der FH Bielefeld.
BU4: (v.l.) Sabine Geiselmann und Heike Gehner beweisen Stilgefühl vor dem Catwalk.

Text und Fotos: Lena Kley.