„Wir wollen eine Schule für alle Kinder“

Gütersloh (gpr). Wie groß werden die Klassenverbände? Welche Schulabschlüsse kann mein Kind an der Modellschule machen? Und ist das Ganztagsangebot abgesichert? – das sind nur einige der zahlreichen Fragen von Eltern, deren Kinder in den nächsten Jahren die Modellschule besuchen möchten. Ausführliche Informationen über den aktuellen Planungsstand der „Modellschule 1 bis 10“ gab es jetzt an drei gut besuchten Informationsabenden.

Die Schulleiter der drei betroffenen Schulen, der Hauptschule Nord, der Grundschule Neißeweg und der Freiherr-vom-Stein-Realschule, sowie Mitarbeiter der Stadt Gütersloh als verantwortlichem Schulträger standen den Eltern Rede und Antwort.

Wir wollen die Kinder in der Entwicklung ihrer persönlichen Kompetenzen stärken“, erklärte Schulleiter Uwe Heidemann von der Hauptschule Nord die Ausrichtung der geplanten Modellschule. Längeres gemeinsames Lernen, die Inklusion von Schülern unterschiedlicher Typen sowie das längere Offenhalten der möglichen Schulabschlüsse sind dabei die Grundgedanken. „An der Modellschule wird auch nach gymnasialen Standards gelehrt“, bekräftigte Dirk Ködding, Schulleiter der Grundschule Neißeweg. Ab der sechsten Klasse können die Schüler zusätzliche Wahlpflichtangebote – beispielsweise eine zweite Fremdsprache – belegen. Der integrierte Unterricht bleibt weiterhin bestehen und die Schüler lernen in den Kernfächern weiterhin im Klassenverbund. „Die Betonung liegt darauf, dass wir eine Schule für alle Kinder konzipieren wollen. Das schließt die Förderung der lernschwächeren Kinder ebenso wie die Begabtenförderung ein“, ergänzte Manfred Brune, Schulleiter der Freiherr-vom-Stein-Realschule.

Um den Ansprüchen gerecht zu werden, soll es auch eine personelle Aufrüstung geben: Weitere Lehrkräfte, Sozialpädagogen, Förderpädagogen sowie Schulpsychologen sollen herangezogen werden. Außerdem wird derzeit über die Idee diskutiert, dass eine Erzieherin dem Unterricht beiwohnt. „Wie groß werden die Klassen und welche Zügigkeit ist geplant?“, lautete eine weitere Frage einer betroffenen Mutter. Zwar liegt momentan noch nicht der verbindliche Orientierungsrahmen des Landes Nordrhein-Westfalens beim Fachbereich Jugend und Bildung vor, dennoch scheint eine maximale Klassengröße von 25 Schülern derzeit realistisch, erklärte Heinz Kriete, ehemaliger Schulfachlicher Dezernent bei der Bezirksregierung Detmold, der die Informationsveranstaltungen moderierte und den Schulentwicklungsprozess beratend begleitete. „Wir wollen im Primarbereich zwei- bis dreizügig starten und im Sekundarbereich drei- bis vierzügig“, sagte Joachim Martensmeier, Dezernent für Bildung, Jugend, Familie und Soziales der Stadt Gütersloh. Die drei bestehenden Schulen würden mit Beginn der Modellschule sukzessiv auslaufen, sodass alle Schüler ihre Schullaufbahn an der jeweiligen Schule wie gewohnt zu Ende führen können.

Zu der weiteren Vorgehensweise gehört vorerst die Weiterentwicklung des pädagogischen sowie des organisatorischen Konzeptes seitens der Schulleiter und des Schulträgers. Außerdem wird zum Ende der Sommerferien eine Elternbefragung durchgeführt, ehe die „Modellschule 1 bis 10“ Anfang September im Bildungsausschuss und anschließend im Rat vorgestellt wird. Sofern diese Zustimmung erhält, stellt die Stadt Gütersloh einen Antrag an das Schulministerium. „Wir gehen davon aus, gute Chancen zu haben, eine von 15 Modellschulen in NRW zu werden“, so Roland Thiesbrummel, Leiter des Fachbereichs Jugend und Bildung. In diesem Fall könnten die Anmeldungen zur Primarstufe für das Schuljahr 2013/2014 Mitte November erfolgen. Alle aktuellen Informationen stehen auch im Internet unter www.schulen.guetersloh.de zum Nachlesen.

Foto 1: Stehen Rede und Antwort: Moderator Heinz Kriete (von rechts) leitete das Gespräch zwischen den Eltern und bei beiden Vertretern der Stadt Gütersloh, Joachim Martensmeier und Roland Thiesbrummel sowie den Schulleitern Manfred Brune (Freiherr-vom-Stein-Realschule), Uwe Heidemann (Hauptschule Nord) und Dirk Ködding (Grundschule Neißeweg).

Foto 2: Informativ: Manfred Brune von der Freiherr-vom-Stein-Realschule erläuterte zusammen mit den anderen beiden Schulleitern anhand einer Präsentation das Konzept der geplanten Modellschule.