„Rittertest“ und „Turm von Hanoi“

Paderborn. Im Rahmen der Studie „Ich denke, also handle ich? – Eine empirische Untersuchung zum Zusammenhang von Handlungsplanung und kognitiver Genese bei Kindern“ untersucht Diplom-Sportlehrerin Kathrin Wunsch von der Universität Paderborn, wie und wann sich die Planung von Greifbewegungen bei Kindern entwickelt. Wenn Erwachsene nach einem Gegenstand greifen, so tun sie dies auf eine antizipative Art und Weise. Während sie eine motorische Handlung planen denken sie daran, wie sich ihre Körperpositionen während dieser Aktion verändern und planen die Bewegung so, dass sie sich am Ende in einer bequemen Position befinden. Doch wann beginnen Kinder solche Greifbewegungen zu planen? Müssen sich dafür nur motorische Fähigkeiten entwickeln oder gibt es einen Zusammenhang mit der geistigen Entwicklung des Kindes?

Denn greift z. B. ein Erwachsener nach einem auf dem Kopf stehenden Glas und dreht es, um ein Getränk einzuschenken, dann zeigt sein Daumen zu Beginn der Greifbewegung meistens nach unten. Nach Drehung des Glases kann er es dann mit einem bequemen Griff halten, während er es befüllt. Dabei zeigt der Daumen nach oben. Doch wann und wie entwickelt sich dieser „End-State-Comfort-Effekt“, also die Tendenz, unbequeme Handstellungen am Ende von Bewegungen zu vermeiden, im Verlauf der Ontogenese?

Foto (Universität Paderborn): Das hat Spaß gemacht: Das „Greifstudien-Team“ (v.l.n.r.): Jacqueline Sievers und Vanessa Heitbreder, studentische Hilfskräfte und Kathrin Wunsch, Doktorandin und Leiterin der Studie, freuen sich mit zwei jungen Teilnehmerinnen über einen gelungenen Testdurchlauf.

Um eine Antwort auf diese Frage zu finden, entwarf Doktorandin Kathrin Wunsch gemeinsam mit Prof. Dr. Matthias Weigelt vom Department Sport und Gesundheit der Universität Paderborn einen Parcours für Kinder im Alter von drei bis zehn Jahren. An sechs Stationen werden die motorischen und kognitiven Fähigkeiten der Kinder auf spielerische Art und Weise untersucht. Beim „Rittertest“ muss ein Schwert aus unterschiedlichen Positionen in eine Öffnung geschoben werden, das Spiel „Turm von Hanoi“ testet die strategische Planungsfähigkeit der Kinder. Ein Pilottest im Mitmach-Museum „Dynamikum“ in Pirmasens und eine Testreihe während der Ferienspiele in Herford brachten erste Ergebnisse und den teilnehmenden Kindern viel Spaß.

Eine erneute Testreihe steht ab dem 30. August 2012 in Paderborn auf dem Programm. Kathrin Wunsch sucht Kinder im Alter zwischen drei und zehn Jahren, die Lust haben, diesen spannenden Parcours in etwa 75 Minuten zu durchlaufen. Der Test findet im Gebäude SP 1, Raum 5.08 statt. Infos und Anmeldung unter Tel.: 05251/60-3186 oder per E-Mail: an Kathrin.Wunsch@uni-paderborn.de.